Ehepaar lange hingehalten

Ärger mit Telefonanbietern: Seit drei Monaten ohne Anschluss

Witzenhausen. Im Oktober 2014 wollte Sabine Herz über ein Onlineportal von 1&1 zu Vodafone wechseln. Seitdem funktioniert ihr Internet- und Festnetzanschluss nicht mehr.

Sabine Herz hat Wut im Bauch. Denn bei ihr klingelt’s nicht mehr. Seit über drei Monaten steht ihr Telefon still. Und auch im Internet surfen geht nicht. Gefühlte Stunden hat sie schon in den Warteschleifen von Hotlines verbracht. Jedes mal hatte sie neue Ansprechpartner, erzählte ihre Geschichte wieder und wieder. Gebracht hat es ihr nichts - bis sie Presse einschaltete.

Die gute Nachricht: Am 31. Januar soll sie endlich eine neue Telefonleitung bekommen. Die schlechte: Verantwortlich für das Entstehen der Versorgungslücke fühlt sich keiner. Telekom, Vodafone und das Internet-Portal Preisvergleich.de, über das Sabine Herz den Vertrag abschloss, schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu.

Alles begann im Juli 2014. Sabine Herz hatte den Vertrag mit 1&1 fristgerecht für Oktober gekündigt, weil sie sich von einem anderen Telefonanbieter schnelleres Internet für weniger oder gleiches Geld erhoffte. Über Preisvergleich.de wechselte sie zu Vodafone - glaubte sie. Nachdem ihre Bestellung von Vodafone zunächst bestätigt wurde, war sie erstaunt über die Absage, die ihr im August ins Haus flatterte. Vodafone teilte ihr mit, man könne den Auftrag derzeit nicht ausführen, da zu dem Anschluss bereits eine andere vertragliche Bindung vorliegt. Vodafone-Pressesprecher Volker Petendorf teilte mit, der Internet-Händler Preisvergleich habe den Vorgang deshalb storniert.

Termine verstrichen 

Im September versuchte Sabine Herz ihr Glück erneut, diesmal mit Erfolg. Doch als 1&1 im Oktober die Leitung kappte, blieb sie tot. Ein Techniker der Telekom sollte es richten. Sie ist in Deutschland zuständig für die „letzte Meile“, also den Leitungsabschnitt, der bis zum Anschluss im Haus führt. Drei Termine zur Freischaltung verstrichen, ohne das sich etwas tat. Drei Tage, an denen Sabine Herz von 10 bis 17 Uhr umsonst zu Hause wartete. Seit Dezember erhielt sie gar keine neuen Termine mehr.

Die Begründung verschlug ihr den Atem: Unter ihrer Adresse stehe überhaupt keine freie Leitung zur Verfügung, hieß es. So habe es die Telekom mitgeteilt, sagte Vodafone-Sprecher Petendorf. Wie kann das sein? Im Oktober existierte die Leitung noch, und auch Mieter im Haus der Familie Herz telefonieren munter weiter - übrigens als Kunde bei Vodafone. Erst viele Anrufe später, traten die Gründe zutage, warum Sabine Herz abgeklemmt wurde (siehe Artikel unten).

Ein Kündigungsrecht räumte Vodafone der entnervten Sabine Herz übrigens nicht ein. Dieses gewähre man erst, wenn fünf Anschalttermine fehlgeschlagen sind. Allerdings habe die Telekom die Leitung ja nun zugesagt. Und für Nachfragen erhalte sie eine Durchwahlnummer, um die Warteschleife zu umgehen. Doch Sabine Herz will nur eins: Ihr Telefon soll wieder klingeln. (kbr)

Rubriklistenbild: © dpa

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