Aktivisten richten sich auf besetztem Acker  ein: Die Klimakrise sichtbar machen

Protestcamp: Die Aktivisten kämpfen gegen das Sondergebiet Logistik bei Neu-Eichenberg. Foto: Friederike Steensen

Mitglieder und Unterstützer der Aktionsgruppe „Acker bleibt“ haben ihr Lager auf der Fläche für das geplante Logistikgebiet bei Neu-Eichenberg aufgeschlagen. 

Ein großes buntes Zelt steht neuerdings nahe dem Verbindungsweg zwischen Hebenshausen und Berge. Spaziergänger können am Sonntagmorgen zudem ein Küchenzelt mit Spültisch, Müllbehälter, einen Pavillon, einen Wohnwagen sowie zwei Kompost-WCs bestaunen – sowie eine Gruppe Menschen, die sich an einer Feuerstelle wärmt und frühstückt. Folien schützen frisch gepflanzten Salat und Mangold vor der Kälte. Willkommen im Protestcamp gegen das geplante Logistikgebiet bei Neu-Eichenberg.

Ihr Ziel: der Dietz AG zeigen, dass es Menschen gibt, die sich gegen den Bau des Logistikgebiets stellen. Falls Dietz abspringe, wüssten auch künftige Investoren, dass sie bei vielen Menschen in der Region nicht willkommen seien, sagt Luca Rosenberg von der Aktionsgruppe. Einige wenige Konzerne hätten die Macht, so den Klimawandel voranzutreiben, kritisiert er. Um das zu verhindern, brauche es einen Wandel des Systems.

Die Aktivisten kommen laut Rosenberg aus Neu-Eichenberg und Witzenhausen, es seien Unterstützer aus Kassel und Göttingen angereist. Aus den umliegenden Dörfern gäbe es viel Unterstützung: Ein Anwohner habe einen Anhänger Brennholz gebracht, ein anderer einen Stromanschluss ermöglicht.

Die Protestcamps im Hambacher Forst, mit denen Aktivisten 2018 einen vorläufigen Stopp der Rodung des Waldes für den Kohleabbau erreicht hatten, seien ein Vorbild für ihre Aktion, sagt Rosenberg. „Es braucht Orte, an denen die Klimakrise praktisch und sichtbar wird. Wir fangen hier in Neu-Eichenberg an.“ Jeder, der mitmachen wolle, sei willkommen – mit oder ohne Zelt. Das Ziel sei, länger auf dem Acker zu bleiben, um zu zeigen, dass der Protest nicht nur ein Event sei, sondern alltäglich.

Die Aktivisten planen viele Aktionen: Workshops für Kletteraktionen, eine Einführung in „aktive Demokratie“ mit Infos zu zivilem Ungehorsam, den Rechten der Aktivisten und Verhalten bei Polizeieinsätzen, aber auch eine Kleidertauschbörse.  fst

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