Ambulanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie darf wieder öffnen

Witzenhausen. Die Ambulanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Witzenhausen darf wieder öffnen. Auf Anfrage bestätigten das die Betreiberin Vitos Kurhessen, Tochter des Landeswohlfahrtsverbands, und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen.

Erst vor einem halben Jahr musste die Ambulanz zwangsweise geschlossen werden.  Als Grund war damals ein Urteil des Sozialgerichts Marburg angeführt worden, wonach die Entfernung der Ambulanz zur nächsten Klinik in Kassel zu weit gewesen wäre. Nun gab der Zulassungsausschuss der KV dem Widerspruch von Vitos statt.

Sprecherin Petra Bendrich sagte, dass die KV die Wiederöffnung der Ambulanz "von Anfang an befürwortet" habe. Hauptargument sei nun, dass die Versorgung mit Kinder- und Jugendpsychiatern im Werra-Meißner-Kreis mit der Ambulanz deutlich verbessert werden könne. Diese Gründe hatte der Zulassungsausschuss der KV vor der Schließung so nicht gesehen, obwohl sich Vitos beim Widerspruch nun auf dieselben Rechtsvorschriften berief.

Mehrere Politiker im Kreis hatten die Schließung scharf kritisiert. Landrat Stefan Reuß (SPD) hatte immer wieder darauf hingewiesen, dass die Frage der Entfernung letztlich an 500 Metern gehangen habe.

Welche Gründe oder geänderten Bedingungen nun genau zu der Kehrtwende bei der Zulassung führten, konnte Bendrich auf Nachfrage nicht erklären. Seinerzeit habe die Ambulanz "aus rechtlichen Gründen" nicht weiter betrieben werden dürfen. Der Zulassungsausschuss ist paritätisch mit Vertretern der Ärzte und der Krankenkassen besetzt.

Spätestens wenn die Tagesklinik in Eschwege voraussichtlich im Herbst fertiggestellt ist, könne die Ambulanz in Witzenhausen wieder eröffnet werden, sagte Vitos-Sprecherin Andrea André. Vorher sollen bis dahin bereits wöchentliche Sprechstunden angeboten werden.

Mehr lesen Sie in der gedruckten Freitag-Ausgabe der Witzenhäuser Allgemeine.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare