Siedlersportverein Witzenhausen feiert am Samstag 50 Jahre Osterfeuer

Anfangs war’s knüppelhart

Aus früheren Osterfeuertagen: Fleißige Helfer beim Aufbau des Osterfeuers sind hier Klaus-Jürgen Murawski (links), Michael Schmidt (verdeckt), darüber Wilfried Waldheim, ganz oben Dieter Schneider. Archivfoto: Scheunert

Witzenhausen. Es bedurfte vieler gestandener junger Männer für das erste Osterfeuer in 1963, erinnert sich Georg Großbach, der das Osterfeuer für die damalige Siedlerjugend auf dem Burgberg ins Leben gerufen hat. Noch heute plaudert er gern über die Anfänge eines Events, das heute aus dem Witzenhäuser Veranstaltungsreigen nicht mehr wegzudenken ist.

Am Ostersamstag wird zum 50. Mal auf dem Burgberg das Osterfeuer des SSV Witzenhausen leuchten und sicher wieder viele Besucher anlocken. Los geht es ab 19 Uhr.

„Das Osterfeuer aufzubauen, war nicht einfach, das Holz musste mit Handwagen vom Sandwald zum Burgberg, etwa drei bis vier Kilometer transportiert werden“, erzählt Großbach. „Es waren ständig bis zu 25 Personen im Einsatz, die von morgens bis abends hart arbeiten mussten.“ Holz zum Burgberg über die Werrabrücke so zu transportieren, war eine wahre Meister-Leistung. Im Folgejahr wechselte man zum näher gelegenen Rodeberg, was die Sache wesentlich vereinfachte.

Gearbeitet wurde immer noch ohne Maschinen, das Bauholz, bis zu zwanzig Meter lange Stämme, wurde auf den Schultern von jeweils fünf Männern getragen – ein schweißtreibender Job. Die Stämme mussten mit Spaten und Hacken in den steinigen Boden des Burgbergs eingegraben werden und dienten als Grundgerüst für den bis zu 20 Meter hohen Holzhaufen. Ab etwa 1970 konnten die Bewohner der Siedlung ihren Obstbaumschnitt gebündelt an den Straßenrand legen, der von der Siedlerjugend und ab 1972 vom SSV Witzenhausen abgefahren wurde. Die Bündel wurden über Leitern von Hand zu Hand von unten nach oben gereicht. Bei so viel Arbeit war jede Pause willkommen, Bratwurst und kühles Bier setzten neue Kräfte frei.

Ab Ende der sechziger Jahre wurde der erste Trecker von Bauer Thünnissen geliehen, als Gegenleistung musste die Siedlerjugend die Leihgebühr für den Trecker während der Erntezeit bei Thünnissen abarbeiten. Probleme beim Aufbau gab es nur einmal, berichtet Großbach. „Etwa Mitte der siebziger Jahre ist uns ein fertig aufgebautes Osterfeuer durch starken Wind umgefallen, es ist jedoch niemand zu Schaden gekommen.“

Heute werden moderne Maschinen zum Aufbau eingesetzt. Im Jubiläumsjahr wird der SSV Witzenhausen das Osterfeuer aber wie vor fünfzig Jahren aufbauen, fleißige Helfer aus der großen SSV-Familie sind ab Karfreitagmorgens willkommen. Grillwürstchen, Schwenksteaks und kühle Getränke werden den Aufenthalt auf dem Burgberg verschönern. Zum Jubiläumsfeuer gibt es gegen 20.30 Uhr ein großes Brilliantfeuerwerk. Der traditionelle Fackelzug vom Hof Kindervatter zum Burgberg entfällt dieses Jahr.

Von Peter Scheunert

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