Angebliche Entführung: Facebook-Eintrag löst Anrufe bei Polizei aus

Falscher Eintrag auf Facebook: Das führte am Donnerstag zu einem Polizeieinsatz. Rubrikenlistenbild: dpa

Rosdorf. Ein Facebook-Eintrag einer Mutter über eine angeblich versuchte Entführung ihrer zwölfjährigen Tochter in Rosdorf hat am Donnerstag zu mehreren besorgten Anrufen bei der Göttinger Polizei geführt.

Die Beamten stellen nun klar: Es handelt sich um eine Falschmeldung.

Das erste Fachkommissariat hatte sofort nach Bekanntwerden des Falls im sozialen Netzwerk Facebook am Donnerstag die Ermittlungen aufgenommen und das Mädchen zum genauen Hergang befragt. Demnach war die Zwölfjährige am Mittwoch gegen 17 Uhr zu Fuß auf dem Weg zu einer Freundin. Dabei fiel dem Kind mehrmals und an unterschiedlichen Orten ein weißer Kleinbus auf, in dem sich Schilderungen mehrere Männer mit südländischem Aussehen befunden haben sollen.

Einer der Insassen habe sie angesehen und mit dem Finger in ihre Richtung gezeigt. Dadurch bekam sie Angst und alarmierte über den Notruf die Polizei. Eine Funkstreife fuhr sofort nach Rosdorf, sprach mit dem Mädchen und gab ihr Verhaltenstipps mit auf den Weg. Der weiße Kleinbus wurde nicht mehr gesichtet. Die weiteren Ermittlungen der Polizei ergaben, dass es während der gesamten Zeit zu keinem direkten Kontakt zwischen dem Kind und den unbekannten Insassen des Busses kam.

Die Mutter des Mädchens hatte in ihrem Facebook-Eintrag geschrieben: „Achtung! Achtung! Meine Tochter wurde gestern (am Mittwoch, Anmerkung der Redaktion) in Rosdorf an helligen Tag beinahe entführt !! Sie ist 12 Jahre alt, ein weißes Auto (kleiner Bus) mit verdunkelten Scheiben hat sie verfolgt 4-5 Mann waren drin , gott sei dank konnte sie fliehen !!!!! Die Polizei hat alles aufgenommen !! Sie sagt sie haben Romänisch oder Arabisch gesprochen, zumindest kein deutsch !!!! Passt Bitte gut auf eure Kinder auf !!!!!“

Eine Polizeisprecherin stellt nun klar: „Die Zwölfjährige wurde weder verfolgt noch wurde versucht, sie in den Kleinbus zu zerren und zu entführen.“ Die Schilderungen in dem anschließend verfassten Facebook-Eintrag entsprechen laut Polizei somit nicht den tatsächlichen Geschehnissen.

Die Falschmeldung wurde in kürzester Zeit mehrfach geteilt und löste dadurch die Welle von Anrufen aus. Mit weiteren Konsequenzen muss die Rodorfer Facebook-Nutzerin nach derzeitigem Stand nicht rechnen, so die Polizei. (bsc)

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