Wieder volle Stadtkirche zur Hubertusmesse

Einzug: Angeführt von Pfarrer Gert Merkel kam das Jagdhornbläsercorps Kurhessen zu Kassel in die Stadtkirche. Foto: zlr

Hessisch Lichtenau. Mit „Liebe Jagdfreunde, Skeptiker und Gegner der Jagd“, hieß Pfarrer Gert Merkel aus Fürstenhagen am Sonntagabend alle herzlich willkommen, die zur Hubertusmesse in die Stadtkirche gekommen waren.

Freilich war sich Merkel bewusst, dass so mancher in der vollbesetzten Kirche dem Jagdgedanken nicht unbedingt zustimmt. Er, der selbst auf die Jagd geht, machte kein Hehl daraus und sprach offen die Fragen aus der Nachbarschaft an: „Herr Pfarrer, die grünen Sachen, das lange Gerät auf dem Rücken und die Bambis abknallen, wie geht das, was empfindet man da?“ Merkel bekannte, dass er durch die Jagd viel über sich selbst und die Menschen gelernt habe. Ob Neid oder List, oder wenn es ums Geld geht, wie bei Pacht oder Wildschaden, habe er festgestellt, wie menschlich die Jagd als Teilbereich des täglichen Lebens sei.

Merkel erinnerte an den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur, ein Stück Natur erleben, wozu aber auch das Jagen gehöre, jedoch anders als der wilde Jäger Hubertus, der einst wie im Blutrausch über Leben und Tod entschieden hatte. Und wer nicht gerade zur Jagd geht, der kann zumindest über die Parforcehörner, die in der Hubertusmesse die Liturgie anstelle von Orgel und Chor übernehmen, ein Stück Natur erleben.

Jagdhörner haben seit dem 18. Jahrhundert bei der Jagd eine wichtige Rolle gespielt, indem für jede Situation bestimmte Signale geblasen wurden. Der Pflege dieser Tradition hat sich unter anderen das Jagdhornbläsercorps Kurhessen zu Kassel verschrieben, das am Sonntag wieder bei der Hubertusmesse in der Lichtenauer Stadtkirche die Hörner geblasen hat. Die Messe wurde zum elften Mal vom Lions Club Hessisch Lichtenau organisiert. (zlr)

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