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Am Wartungstag gab es eine Führung durch den 30 Jahre alten Schürzebergtunnel bei Oberrieden

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Von: Stefan Forbert

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Hereinspaziert: Beim Tag des offenen Tunnels übernahmen von Hessen Mobil (von links) Robert Jander (Tunnelmanagement), Stephan Brühne (Verkehr und Betrieb, hier im Gespräch mit Landrätin Nicole Rathgeber) und Norbert Michael (Betrieb) die Führung der Gäste durch den 30 Jahre alten Schürzebergtunnel.
Hereinspaziert: Beim Tag des offenen Tunnels übernahmen von Hessen Mobil (von links) Robert Jander (Tunnelmanagement), Stephan Brühne (Verkehr und Betrieb, hier im Gespräch mit Landrätin Nicole Rathgeber) und Norbert Michael (Betrieb) die Führung der Gäste durch den 30 Jahre alten Schürzebergtunnel. © Stefan Forbert

Spannende Einblicke erhielten jetzt einige Besucher bei der Besichtigung des Tunnels bei Oberrieden.

Oberrieden – Einen Straßentunnel ohne Auto zu durchqueren, diese Gelegenheit bietet sich selten. Zum 30-jährigen Bestehen des Schürzebergtunnels der B 27 bei Oberrieden bot Hessen Mobil jetzt einigen Menschen hauptsächlich aus dem nahen Bad Sooden-Allendorfer Stadtteil sowie Medienvertretern einen Blick hinter die Kulissen des Tunnelmanagements. Denn am Mittwoch fand wieder die quartalsmäßige Wartung statt, weshalb der Tunnel für den Verkehr sowieso gesperrt war.

Was wird denn bei dieser Wartung überprüft? Das war die Frage, die bei einer Führung an mehreren Stationen von dem für alle hessischen Straßentunnel verantwortlichen Tunnelmanager Robert Jander ausführlich beantwortet wurde.

Letztlich geht es um den Schutz der Menschen, die tagtäglich durch den Tunnel fahren, so Jander. Zwischen 20 000 und 25 000 Fahrzeuge täglich werden gezählt. Damit die Steuerung des Lichts im Tunnel, die sich nach der Helligkeit vor den Portalen richtet, läuft, die Sensoren, die die Geschwindigkeit des Luftdurchflusses messen, funktionieren und die Rauchmelder anschlagen, wenn Nebel oder sogar Qualm von einem Brand durch große Ventilatoren an der Decke gehalten und rausgepustet werden müssen, ist regelmäßige Kontrolle und Reinigung erforderlich.

Sauber müssen auch die Wände des Tunnels sein und dürften nicht so schwarz wie die in Italien werden, wie Jander erläuterte. Sonst sei nicht gewährleistet, dass die Lichtmessungen stimmen und die Technik richtig funktioniere. Daher wird der Staub insbesondere durch Reifenabrieb alle halbe Jahre von der Straßenmeisterei abgebürstet. Das erfolgt bei einer großen, zwei Tage dauernden Wartung. Dann wird die Technik samt lückenloser Überwachung der Durchfahrt mit insgesamt 29 Kameras grundlegend überprüft.

Häufiger, nämlich alle zwei Wochen, kontrolliert Hessen Mobil sogar beispielsweise, ob die Beleuchtung im vor zehn Jahre angebauten Fluchttunnel sofort angeht, wenn er betreten wird. Bislang habe es noch keinen Notfall gegeben, bei dem er genutzt wurde.

Einen Blick in diese gar nicht so schmale graue Betonröhre, in die man durch einen Notfalleingang gelangt, wagten beim Tag des offenen Tunnels alle Gäste. Denn die kannte man ja noch nicht mal vom Durchfahren. Auch nicht Gerd Gries. Der Bau-Ingenieur, inzwischen pensioniert, hatte den Schürzebergtunnel beim Straßenbauamt in Eschwege vor mehr als 40 Jahren geplant. Nun schaute er sich nicht ohne Stolz an, was sich im Detail verändert hat.

Wolfgang Bertram aus Oberrieden, der erstmals zu Fuß im Tunnel war, fand vor allem die Saugvorrichtung, mit der Rauch gelenkt und herausgeblasen wird, interessant, da er sich noch gut an eine Brandkatastrophe in einem Gletscherbahntunnel vor 22 Jahren in den Alpen erinnern kann. Deshalb findet er die Ventilatoren im Schürzebergtunnel „lebenswichtig“. Landrätin Nicole Rathgeber war auch zum ersten Mal zu Fuß in dem Tunnel und äußerte sich „schon sehr beeindruckt“ von der ganzen Sicherheitstechnik.

Hannelore Sippel aus Oberrieden sagte, sie habe nun eine andere Sichtweise auf die Wartungsarbeiten, die alle drei Monate wieder viel Durchgangsverkehr für ein, zwei Tage durch den Ort bedeuten. Sie seien notwendig und wichtig, damit alles im Notfall funktioniert, war die neue Erkenntnis auch für ihre Nachbarin Birgit Werner, die nun auch mehr Verständnis für die mit Vollsperrung verbundenen Arbeiten hat. (sff)

Interesse am Gang durch den Tunnel hatten auch Junus (4) und Anouk (6) mit ihrer Mutter Svenja Marchand.
Interesse am Gang durch den Tunnel hatten auch Junus (4) und Anouk (6) mit ihrer Mutter Svenja Marchand. © Stefan Forbert
Gerd Gries Tunnelplaner
Gerd Gries Tunnelplaner © Stefan Forbert
Wolfgang Bertram Oberrieder
Wolfgang Bertram Oberrieder © Stefan Forbert
Tunnelmanager Robert Jander erläuterte die Funktionen einiger Notfall-Einrichtungen.
Tunnelmanager Robert Jander erläuterte die Funktionen einiger Notfall-Einrichtungen. © Stefan Forbert

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