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Aufklärung zum HPV-Impfen in Gesamtschule in Bad Sooden-Allendorf

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Von: Stefan Forbert

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links Dr. Heike Kramer, Vorsitzende der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung (ÄGGF), und Leonie Proscurcin, Projektleiterin von der Zeitbild-Stiftung, mit Info-Material zum Impfen gegen HPV-Krebs
HPV-Impfen gegen Krebs: Im Rahmen des bundesweiten Projekts klärten gestern Dr. Heike Kramer, Vorsitzende der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung (ÄGGF), und Leonie Proscurcin, Projektleiterin von der Zeitbild-Stiftung, erst Sechstklässler und am Abend Eltern in der Rhenanus-Schule Bad Sooden-Allendorf auf. © Chris Cortis

Diese Quoten sind beunruhigend: Nur 1,3 Prozent aller 15 Jahre alten Jungen in Deutschland sind vollständig gegen das HPV-Virus geimpft, auch bei den 15-jährigen Mädchen ist nicht einmal jedes zweite vor mindestens sechs Krebsarten geschützt (43 von 100).

Bad Sooden-Allendorf – Dabei ist das Risiko, an einer Folge des HPV-Virus schwer zu erkranken, rund vier Mal höher, als sich überhaupt mit dem HIV-Virus zu infizieren, das zu Aids führen kann. Das sagt Dr. Heike Kramer, die Vorsitzende der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung (ÄGGF).

Um also die Impfquote zu erhöhen – insbesondere bei den Jungen –, sind Vertreter der ÄGGF zusammen mit der Zeitbild-Stiftung in ganz Deutschland unterwegs, um sowohl Schüler und Eltern als auch Lehrkräfte über die HPV-Impfung zu informieren und aufzuklären.

Am Dienstag machte des bundesweite „Schulprojekt HPV – Impfen gegen Krebs“ der Zeitbild-Stiftung, die dafür vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert, an der Rhenanus-Schule in Bad Sooden-Allendorf Station. Sie war als Vertreterin für das Land Hessen für eine von 16 Leuchtturmveranstaltungen, in denen Mediziner der ÄGGF Schulen besuchen, ausgewählt worden.

Vier Gruppen von Sechstklässlern wurden am Vormittag von Dr. Heike Kramer und ihrer Kollegin Dr. Julia Fries jeweils eineinhalb Stunden lang umfassend über HPV informiert, am Abend dann interessierte Eltern.

Wenn es zu einer Krankheit durch das Virus kommt, das über die Schleimhäute übertragen wird, ist eine gutartige Feigwarze genannte Genitalwarze noch mit Abstand die harmloseste Folge. Ebenso können sich aber bösartige Tumore bilden – in Mund und Rachen, im Gebärmutterhals, an und in der Scheide, im Penis und im Darmausgang. Ein Medikament dagegen gibt es nicht, erläutert Projektleiterin Leonie Proscurcin.

Seit 2006 jedoch kann man sich gegen durch HPV ausgelösten Krebs impfen lassen. Das wird für Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 17 Jahren empfohlen – „je früher, desto besser wird der Schutz aufgebaut und wahrscheinlicher, dass man das Virus nicht kriegt“, sagt Dr. Kramer. Denn dieses wird in erster Linie bei Intimkontakten übertragen. 80 Prozent der sexuell aktiven Menschen stecken sich im Laufe ihres Lebens ein oder mehrmals mit HPV an, viele schon beim ersten Mal, wie Proscurcin betont.

Da es bei der Aufklärungsstunde von Dr. Kramer und und Dr. Fries naheliegenderweise also nicht nur um das Virus ging, wurden die Rhenanus-Schüler nach Geschlechtern getrennt und in Abwesenheit ihrer Lehrer informiert.

In der Mädchengruppe ging es denn auch erst einmal um Pubertät, woran man das merke, und um die erste Regel. Aber auch nach der Sicherheit der Impfung wurde gefragt, ob es gefährliche Nebenwirkungen gebe und warum man die überhaupt brauche. Weil, wie die Ärztinnen erklärten, es sich um eine der häufigsten übertragbaren Infektionen überhaupt handele.

Eigentlich würden die Eltern auch bei der Jugend-1-Untersuchung ihres Kindes vom Arzt darauf hingewiesen. Leider, so bedauern sie, ist diese Untersuchung nicht verpflichtend und werde viel zu selten wahrgenommen.

Um sich noch in Ruhe und ausführlicher informieren zu können, erhielten Schüler und Eltern an einem Informationsstand vor der Aula eine Zeitschrift und ein Faltblatt. Online ist Informieren auch möglich unter zeitbild.de/hpv-elterninformation/ (sff)

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