Anteil der Gemeinde steigt um 10.000 Euro

Ausbau des Bahnhofs Eichenberg: Gemeindevertretung stimmt zu

Soll barrierefrei werden: Der Bahnhof Eichenberg soll eine neue Unterführung zu den Bahnsteigen erhalten, die ebenfalls erneuert werden sollen. Foto: Keller

Eichenberg. Für den Ausbau und die Sanierung des Bahnhofs Eichenberg ist am späten Montagabend eine weitere Hürde genommen worden - weil die Gemeinde tiefer in die Tasche greift.

Die Neu-Eichenberger Gemeindevertretung stimmte bei ihrer Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus in Eichenberg-Dorf einhellig einer Erhöhung ihres Anteils an der Finanzierung zu. Sah ein Finanzierungskonzept im März noch einen Zuschuss der Kommune von 51.000 Euro vor, wird sich dieser nun auf knapp 61.000 Euro belaufen.

Es war ein Ja mit Bauchgrimmen, denn aus den drei Fraktionen (SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen) prasselten Fragen auf den Leiter des Bahnhofsmanagements Göttingen, Detlev Krusche, und auf die Projektleiterin des Nordhessischen Verkehrsverbundes, Anette Blumberg, ein.

Der neuerliche Beschluss wurde erforderlich weil sich die Rahmenbedingungen geändert haben. Die höheren Kosten hängen mit Umplanungen zusammen. Der NVV will sich um ein stärkeres Engagement des Bundes bemühen.

Heiner Schroeter (CDU) freute sich zwar, dass der NVV eine stärkere Beteiligung signalisert hat, warf jedoch die Frage auf, was passiere, wenn die Baukosten im Laufe der Realisierung des Projektes aus dem Ruder laufen sollten. Dann, so kann man Krusche interpretieren, müsse auch die Gemeinde zumindest für ihre Projektteile (Mitfinanzierung der Modernisierung Mittelbahnsteig/Bauprovisorium Reisendenführung) stärker zur Kasse gebeten werden. Allerdings würde dies die Deutsche Bahn ungleich stärker betreffen.

Schroeter meinte am Ende der knapp einstündigen Diskussion, man habe keine Alternative. Auch Bettina Schmuch (SPD) sah die Gefahr, dass das Projekt teurer und teurer werden könnte. Im Hintergrund stand bei den Fraktionen die Sorge, dass dies die kleine Gemeinde finanziell überfordern könnte.

Bürgermeisterin Ilona Rohde-Erfurth (SPD) hat mittlerweile beim Werra-Meißner-Kreis sondiert. Der Kreis habe in Aussicht gestellt, dass er 50 000 Euro des kommunalen Anteils von insgesamt 111 000 Euro übernehmen würde. Das letzte Wort hat der Kreistag.

Bahnhofsmanager Krusche verließ nach der positiven Beschlussfassung erleichtert die Sitzung. Für die Bahn sei das mit insgesamt neun Millionen Euro veranschlagte Projekt eine Herausforderung. Gebaut werden soll in den Jahren 2017/2018. Dies wird im übernächsten Jahr eine Vollsperrung zwischen Eichenberg und Münden zur Nachtzeit erforderlich machen. Überwiegend wird bei laufendem Betrieb gearbeitet. Im Zuge des barrierefreien Ausbaus ist eine neue Personenunterführung vorgesehen, ferner die Erneuerung der Bahnsteiganlagen. Nach der Vorplanung ist noch offen, ob es zur Überwindung der Höhenunterschiede Aufzüge oder Rampen geben wird. Beides habe Vor- und Nachteile.

Von Werner Keller

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