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Bad Sooden-Allendörferin arbeitet für Welt-Flüchtlingshilfe

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Von: Christoph Cortis

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Globaler Einsatz: Maren Stöber aus Bad Sooden-Allendorf arbeitet in Genf für die Welt-Flüchtlingshilfe.
Globaler Einsatz: Maren Stöber aus Bad Sooden-Allendorf arbeitet in Genf für die Welt-Flüchtlingshilfe. © Chris Cortis

Sie spricht fließend Englisch und Französisch, etwas holperig auch Spanisch. Nicht nur deshalb hat Maren Stöber aus Bad Sooden-Allendorf beste Voraussetzungen für ihren Job bei den Vereinten Nationen (Uno). Seit drei Jahren arbeitet sie im europäischen Hauptsitz der internationalen Organisation zur Sicherung des Weltfriedens und der internationalen Zusammenarbeit im schweizerischen Genf. Wir haben sie bei einem Heimaturlaub getroffen.

Bad Sooden-Allendorf – Flüchtlingskommissariat „United Nations High Commissioner for Refugees“ (UNHCR) teilt sich die 30-Jährige das Ethikbüro mit 13 Kollegen. Das schult die rund 18 000 Mitarbeiter weltweit virtuell und bei Auslandsreisen. Dabei geht es um einem respektvollen Umgang miteinander und mit Flüchtlingen, Verfolgten und Vertriebenen.

Es gehe darum, ethische Probleme zu vermeiden, bevor sie auftreten, beschreibt Stöber ihre Arbeit, zu der die Koordination eines jährlichen Präventionsprogramms gehört. Obwohl die meisten Mitarbeiter motivierte Fachleute seien, sei die Organisation gegen Fehlverhalten Einzelner nicht immun. Damit meint sie möglichen Machtmissbrauch gegenüber Schutzbefohlenen. Es gelte, auf die Einhaltung des Verhaltenskodex’ zu achten und in den Menschenrechten verankerte Grundwerte zu vermitteln.

Die 30-Jährige hatte ihren Job in einem Auswahlverfahren ergattert. Darauf war sie gut vorbereitet: Nach dem Abitur an der Rhenanus-Schule in Bad Sooden-Allendorf ging sie vor zehn Jahren für einen Freiwilligendienst nach Bolivien. Dort half sie sechs Monate lang einer nichtstaatlichen Organisation, kleine Solaröfen zu bauen.

In Lüneburg studierte Maren Stöber Sozialwissenschaften und Psychologie mit Bachelor-Abschluss. Sie machte zwischendurch ein Praktikum bei der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit und arbeitete an einem Inklusionsprojekt mit blinden und sehbehinderten Menschen. Ihren Master in Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Soziale Ungleichheit machte sie in London. Dann wurde sie an der Uni Kassel wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Sozialstaatsforschung.

Vor knapp zwei Monaten wollte Stöber eigentlich in einen Flieger nach Südsudan steigen, um in dem afrikanischen Land ihre Schulungsarbeit fortzusetzen. Wegen der Pandemie wurde daraus allerdings nichts..

Die sportliche, junge Frau, die in Genf den höchsten Berg der EU, den Mont Blanc, vor der Haustür hat, verbringt ihre Zeit gern in den Bergen. Außerdem zeigt sie Durchhaltevermögen beim Triathlon.

Weltweit 84 Millionen Menschen auf der Flucht

Weltweit waren Mitte 2021 mehr als 84 Millionen Menschen unter anderem wegen Terror und Gewalt auf der Flucht, sagt Maren Stöber vom Uno-Ethikbüro. 67 Prozent stammten aus fünf Ländern: Syrien, Venezuela, Afghanistan, Südsudan und Myanmar. Politische Verfolgung, Menschenrechtsverletzungen, kein Essen, keine Medizin seien Gründe, warum Menschen ihr Heil in Nachbarländern suchten. Insgesamt habe sich die Zahl der Geflüchteten seit 2010 verdoppelt. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen finanziert sich nach Angaben der Uno-Mitarbeiterin zu 86 Prozent aus freiwilligen Beiträgen von Regierungen und der EU. Zuletzt habe Deutschland 447 Millionen Dollar beigesteuert. Der Gesamtbedarf für 2021 habe sich auf 8,6 Milliarden Dollar belaufen. zcc

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