25 Jahre Ruf Records: Bluesrock-Legenden zum Jubiläum in Lindewerra

„House of Blues“: In einem ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesen in Lindewerra hat sich Thomas Ruf mit seiner Firma niedergelassen. Foto: Stefan Forbert

Zum 25-jährigen Jubiläum von Ruf Records kommen Bluesrock-Legenden nach Lindewerra.

Gäbe es nicht seit zwölf Jahren regelmäßig Bluesrock-Konzerte im Gemeindesaal von Lindewerra, wüsste man wohl kaum davon, dass in dem kleinen thüringischen Werradorf nicht weit entfernt von Bad Sooden-Allendorf und Oberrieden eine weltweit agierende Plattenfirma ihren Sitz hat: Ruf Records. Die Abende mit zum Teil weltbekannten Musikern sind eigentlich nur ein Nebenprodukt, sagt Thomas „Tom“ Ruf, der Chef des Labels. Doch dieses Angebot, das es sonst nur in Metropolen gibt, kommt in der Region bestens an; die Konzerte sind zumeist ausverkauft.

Nun feiert Ruf Records sein 25-jähriges Bestehen – und auch davon können alle Bluesrock-Fans profitieren. Denn Thomas Ruf hat die britische Rocklegende Eric Burdon auf dessen Abschiedstour durch Deutschland nach Bad Sooden-Allendorf gelockt: Im Kulturzentrum tritt der 78-Jährige mit seiner Band „The Animals“ am Samstag, 22. Juni, auf. Da dieser Saal größer ist, gibt es sogar noch Karten.

So ganz uneigennützig ist es nicht, dass er Eric Burdon engagiert hat, räumt Ruf mit einem Augenzwinkern ein: „Er war mein Lieblingssänger.“ Und Burdon habe ihn auch persönlich geprägt, nicht nur wegen dessen Musik, sondern auch wegen dessen „starker Botschaften“. Und gemein mit Burdon hat Tom Ruf das Verlangen nach Freiheit und Souveränität: „Vorschriften laufen mir zuwider.“ So baute sich Ruf auch seine Existenz auf: ohne Businessplan, sondern wie gedacht und wie geplant einfach gemacht. Und mit Musik. Die „war meine Leidenschaft und macht immer noch Spaß“, sagt er, sei eigentlich seine Berufung.

Und da er für die von ihm auf ihren Tourneen durch Deutschland und Europa betreuten US-amerikanischen Bluesmusiker, allen voran Luther Allison („Das war unser Gründungskünstler“), keine Plattenfirma fand, gründete er selbst eine. Mittlerweile hat Ruf Records mit seinen fünf Mitarbeiterinnen in Lindewerra und vier Radiopromotern in den USA mehrere Standbeine: Plattenlabel, Musikverlag mit Rechten an den Liedern und Konzerttourneen überall auf der Welt. Früher arbeitete Ruf mit Legenden zusammen, heute, sagt er, „sind wir das Label für den Nachwuchskünstler“. Einige wie Samantha Fish und Ana Popovic sind mittlerweile schon sehr bekannt. Sie alle fingen in Rufs „Blues Caravan“, jährlichen Tourneen für aufstrebende Bluesmusiker, so richtig an.

Nach Lindewerra kam der gebürtige Badener, um sich – nach den vielen (Hotel-)Aufenthalten in großen Städten – immer wieder zurückziehen zu können. Nun will er hier sogar ein Studio aufbauen, um Platten direkt bei der Firma aufzunehmen. Dafür sucht er gerade schon ein geeignetes Objekt in Bad Sooden-Allendorf.

Ein zweites großes Konzert zum Jubiläum mit Rocklegenden organisiert Thomas Ruf noch für dieses Jahr: Am 11. Oktober sollen „Ten Years After“ und „Canned Heat“ in der Region auftreten. rufrecords.de

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