Turner verlassen die TSG

Bad Sooden-Allendorfer Sportverein vor der Spaltung

Sommerfest der Turn- und Sportgemeinde (TSG) Bad Sooden-Allendorf, zcc123, hier: Gymnastik an der „Wasserwaage“: Natalia Budanow (von links), Monika Düring und Abteilungsleiterin Andrea Müller.
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Beim Sommerfest 2016 war die Welt noch in Ordnung.

Krisenstimmung bei der Turn- und Sportgemeinde (TSG) 1861 Bad Sooden-Allendorf. Der traditionsreiche Verein steht vor der Spaltung.

Die strukturellen Differenzen mit dem Hauptvorstand und den anderen Abteilungen der TSG „scheinen unüberbrückbar zu sein“, heißt es ohne weitere Details in einem Schreiben, das der HNA vorliegt. Und weiter: „Unsere Gesprächsbereitschaft mit dem Hauptvorstand wurde nicht angenommen.“ Mit Bedauern stellte der Abteilungsvorstand fest, er sehe „keine Möglichkeit mehr, die Turnabteilung innerhalb dieses Vereins weiter zu entwickeln und nach vorn zu bringen“.

In dem offenkundig schon länger schwelenden Konflikt geht es auch um Geld, aber keineswegs nur, wie der Vize-Vorsitzende der TSG, Jürgen („Charles“) Thomas, auf Anfrage bestätigte. Als Kenner der Interna hatte der 67-Jährige 20 Jahre lang an der Spitze des Vereins gestanden und war erst im März auf eigenen Wunsch von Kristof Heller (28) abgelöst worden.

Kristof HellerVorsitzender der TSG

Demnach fühlt sich die Turnabteilung benachteiligt, weil sie Fußballer, Handballer und Tischtennisspieler mit noch mehr Geld unterstützen soll, selbst aber hohe Kosten für die Aufwandsentschädigungen der Übungsleiter sowie deren Aus- und Fortbildungsmaßnahmen hat. Auch mit dem Wunsch nach einer Überarbeitung und modernen Fassung der Vereinssatzung aus dem Jahr 1976 drangen die Turner zuletzt nicht durch. Wie Thomas bedauerte auch Vorsitzender Heller die Entwicklung und äußerte die Hoffnung auf einen künftig „normalen und menschlichen Umgang miteinander.“

Die TSG hat derzeit 1156 Mitglieder und gehört zu den größten Sport treibenden Vereinen kreisweit. Mit 428 Mitgliedern stellen die Turner die größte Abteilung, gefolgt von den Abteilungen Fußball (282), Handball (269), Schwimmen (178), Gesundheits- und Reha-Sport (130) sowie Tischtennis (55). Die Differenz zu nominell 1342 Vereinsangehörigen ergibt sich durch die Mitgliedschaft Einzelner in zwei oder mehreren Abteilungen.

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