Ein seltener Gast im Werratal

Bei Bad Sooden-Allendorf ist ein Wiedehopf beobachtet worden

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Der Wiedehopf: Diesen prächtigen Vogel zu beobachten, ist für jeden Naturfreund ein ganz besonderes Erlebnis. Das Foto gelang Tierfotograf Arno Werner aus Bebra.

Einen ganz besonderen Vogel hat ein Vogelbeobachter aus dem Landkreis Eichsfeld (Thüringen) jüngst am Grünen Band, zwischen Bad Sooden-Allendorf und Asbach-Sickenberg, beobachtet: einen Wiedehopf.

Durch sein orangefarbenes Gefieder, die breiten, runden, schwarz-weißen Flügel, die aufrichtbare Federhaube und den langen, leicht gebogenen Schnabel ist der Wiedehopf einer der auffälligsten Vögel Europas. Unverkennbar ist auch der Ruf, der aus einem dreisilbigen, dumpf klingenden „hup hup hup“ besteht.

Nur noch wenige Brutpaare

Der Wiedehopf war noch in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts ein auch in Hessen weit verbreiteter und häufiger Brutvogel. Ab Mitte der 1950er-Jahre setzte dann ein rascher Bestandsrückgang ein, und der Wiedehopf verschwand vollständig aus Nord- und Mittelhessen. Nur noch im klimatisch begünstigten Südhessen brüten alljährlich wenige Paare.

Verbreitungslücken in Deutschland

Größere Brutvorkommen gibt es innerhalb Deutschlands nur noch entlang des Oberrheins und in den ausgedehnten Heidelandschaften der (ehemaligen) Truppenübungsplätze in Brandenburg und Sachsen.

Trotz dieser deutlichen Verbreitungslücken in Deutschland und Mitteleuropa besiedelt der Wiedehopf noch heute fast alle gemäßigten, subtropischen und tropischen Zonen Europas und Asiens und außerdem ganz Afrika.

Lebensgrundlage entzogen

In Europa nördlich der Alpen sind die Wiedehopfe Zugvögel, die den Winter hauptsächlich im afrikanischen Savannengürtel südlich der Sahara verbringen. Da sich Wiedehopfe von Großinsekten wie Grillen und Käfern ernähren, ist anzunehmen, dass der Rückgang der Art in Deutschland auf die verbreitete Anwendung von Insektiziden, die ihm die Lebensgrundlage entzieht, zurückzuführen ist. Dennoch werden Wiedehopfe in der Zugzeit von April bis Juni auch im Werra-Meißner-Kreis beobachtet.

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