Veranstaltung an der Diploma-Hochschule

Leiter der DRK-Rettungsdienstschule in Hessisch Lichtenau: Sanitäter brauchen mehr Rechtssicherheit

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Anschauungsunterricht: An einem Dummy demonstrieren die angehenden Rettungssanitäter Marten Koch (18, links) aus Eschwege und Jonas Klemann (21) aus Bornhagen lebensrettende Maßnahmen.  

Mehr Rechtssicherheit für Rettungssanitäter, die im Notfall schnelle Entscheidungen treffen müssen, hat der Leiter der kreisweit einzigen DRK-Rettungsdienstschule in Hessisch Lichtenau, Thomas Freiberg, gefordert.

Die Kompetenzen der Sanitäter müssten vom Arzt so abgesegnet werden, dass sie nicht infrage gestellt würden, verlangte er am Wochenende auf einem Gesundheitssymposium, das erstmals die Diploma-Hochschule in Bad Sooden-Allendorf veranstaltet hat.

Während der zweitägigen Fachtagung für Gesundheits- und Medizinalberufe unter dem Titel „Gesundheit, Forschung und Innovation“ äußerten sich renommierte Experten und Absolventen der Diploma zu verschiedenen Themen, etwa zur Digitalisierung in der Medizin, der Werteorientierung für Gesundheitsberufler oder der Wirkung elektromagnetischer Strahlung auf Gehirn, Herz, Muskulatur und kognitive Leistungsfähigkeit.

Thomas Freiberg, Leiter der Rettungsdienstschule

Als Fachpädagoge im Gesundheitswesen beschäftigte sich Freiberg mit der Telemedizin in der Notfallversorgung und machte auf die bundesweit agierende Telenotarztzentrale in Aachen aufmerksam, bei der in Krisensituationen kompetenter ärztlicher Rat zu erhalten sei. Voraussetzung sei, dass die jeweilige Rettungswache über ein Spezialfahrzeug verfüge, das eine audio-visuelle Kommunikation mit der Zentrale ermögliche. In ganz Hessen sei nur der Main-Kinzig-Kreis mit einem solchen 1,1 Millionen Euro teuren Fahrzeug ausgerüstet.

Als wünschenswert bezeichnete Freiberg die Besetzung der Leitstelle mit einem Notarzt. Bei hessenweit 26 Leitstellen sei dieser Idealfall aber wirtschaftlich kaum zu stemmen und fraglich, wer die Kosten übernehme.

Als Ökonom und Nachhaltigkeitsexperte stellte Maximilian Begovic das – wie er sagte – „klassische Krankenhaus-Essen“ infrage. Gesundheit gebe es nur, wenn Körper und Geist eine Einheit bildeten, sprach er sich mit Nachdruck für eine überwiegend pflanzenbasierte Ernährung aus. Diesem Aspekt werde bei der Ausbildung von Medizinern zu wenig Bedeutung zugemessen.

Zum Auftakt des Symposiums, organisiert und moderiert von den Diploma-Professoren Dr. Christoph Egner und Dr. Joachim Conrad, hatte Hochschulpräsidentin Prof. Dr. Michaela Zilling die Hoffnung formuliert, von der Veranstaltung neue Impulse für eventuell neue Studiengänge zu erhalten.

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