Umjubeltes Konzert im Kulturzentrum Bad Sooden-Allendorf

Fanfaren- und Musikzug Frankershausen reißt Zuhörer von den Stühlen

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Konzentriert bei jedem Ton: Zum Fanfaren- und Musikzug Frankershausen mit mehr als 70 Mitgliedern gehören auch diese jungen Damen, hier beim Spiel auf der Querflöte.

Bad Sooden-Allendorf. Dem musikalischen Tsunami folgte ein Jubelsturm: Mit Bravo-Rufen und Applaus im Stehen feierten fast 600 Zuhörer im ausverkauften Kultur-und Kongresszentrum einen exzellenten Auftritt des Fanfaren- und Musikzugs Frankershausen.

Es war am Mittwochabend das erste von drei heiteren Winterkonzerten, die heute an gleicher Stelle ihr Finale finden.

Als liebgewonnene Stammgäste in der Kurstadt zeigte sich das Ensemble unter der engagierten Leitung von Stabführer Edgar Maurer und Dirigent Otto Koppe einmal mehr von seiner besten Seite. Mit großer Spielfreude bestätigte die Berkataler Truppe das, was Kerstin Saalfeld-Koppe als Moderatorin angekündigt hatte, als sie Richard Wagner mit den Worten zitierte: „Musik ist die Sprache der Leidenschaft.“

Und mit spürbarer Leidenschaft gingen die Musiker zu Werke bei der Interpretation von Märschen, Polkas, Filmmusiken und anderen Melodien. Auch ohne Schnee und Pferde würzten sie die „Petersburger Schlittenfahrt“ mit klingenden Glöckchen und Peitschenknall, verbreiteten bei der „Morgenstimmung“ mit sanften Tönen einen Hauch von Romantik, brachten das Blut der Zuhörer in Wallung bei einer temperamentvollen Polka von Johann Strauß und stellten ihre Vielseitigkeit auch mit fetzigem Rock unter Beweis.

Während Udo Scharf als Solist am Tenorhorn glänzte, sangen Helga Wirkner und Volker Schindewolf im Duett. Als brillante Gesangssolistin hinterließ Sally Junk einen nachhaltigen Eindruck bei der Interpretation von „Memory“ aus Andrew Lloyd Webbers Musical „Cats“ und einem Medley mit Titeln von Schlagersängerin Andrea Berg. 

In der ungewohnten Rolle des Instrumental-Solisten begeisterte Otto Koppe, der wie ein Wirbelwind über die Tasten des Xylophons fegte, so dass die Augen den flinken Händen kaum folgen konnten. 

Als Dirigent gab der Vollblutmusiker hüfteschwingend und mit gekonnten Ausfallschritten außerdem eine tänzerische Einlage zu Charleston-Klängen und sorgte damit für allgemeine Heiterkeit. 

Dass hinter dem exakt 152-minütigen Konzert von und für Generationen auch jede Menge Arbeit steckt, verriet Dirk Schäfer als Vorsitzender des Vereins. Er summierte die Probezeiten auf 244 Stunden und nannte als jüngstes und ältestes Mitglied Jaron Schlender (11) am Schlagwerk und Fritz Wilhelm (78) am Flügelhorn, die sich den Sonderapplaus redlich verdient hatten. 

Fazit der Besucher: Wenn das neue Jahr so wird, wie das alte endet, kann eigentlich gar nichts mehr schief gehen.

Von Chris Cortis

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