Hilfseinsatz auf Sansibar: Zahnarzthelferin  geht für drei Wochen nach Afrika

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Da will sie hin: Anna Schubert aus Bad Sooden-Allendorf deutet auf die Insel Sansibar, die vor der Küste des ostafrikanischen Staates Tansania liegt.

Bad Sooden-Allendorf/Witzenhausen. Die 21-jährige Zahnarzthelfern Anna Schubert aus Bad Sooden-Allendorf will drei Wochen auf Sansibar helfen.

Sie ist ehrlich genug, um zuzugeben, dass nicht nur das Beispiel des barmherzigen Samariters sie angetrieben hat. Ein bisschen habe auch das Fernweh Pate gestanden. Die Welt jenseits des Äquators kennenzulernen und neue Erfahrungen zu sammeln, seien starke Motive gewesen, sagt die Zahnarzthelferin Anna Schubert, die Ende letzten Jahres den Entschluss fasste, nach Afrika zu gehen.

Dort will sie mit einem Team von Ärzten ehrenamtlich einen Beitrag leisten für die zahnmedizinische Grundversorgung der Bewohner von Sansibar, die häufig in abgelegenen ländlichen Regionen dieser Insel im Indischen Ozean leben. Für dieses Engagement opfert die 21-Jährige nicht nur einen Großteil ihres Urlaubs, sondern legt auch noch ordentlich Geld oben drauf. Allein der Flug zur und von der Inselgruppe schlägt mit 900 Euro zu Buche. Mit Unterkunft, Verpflegung und den zwingend erforderlichen Schutzimpfungen gegen Malaria und Gelbfieber summieren sich die Kosten locker auf mehr als das Doppelte.

Drei Wochen im Einsatz auf Sansibar

An ihrem Arbeitsplatz: In der Gemeinschaftspraxis in Witzenhausen fühlt Anna Schubert Eyleen Kretschmann auf den Zahn.

Als zahnmedizinische Fachangestellte arbeitet Anna, die in Bad Sooden-Allendorf zu Hause ist, seit sechs Jahren in der Witzenhäuser Gemeinschaftspraxis an der Steinstraße bei Zahnarzt Dr. Joachim Umlauf. Am 2. März wird sie im fast 7000 Kilometer entfernten Daressalam landen, der früheren Hauptstadt von Tansania, wozu die vorgelagerte Inselgruppe Sansibar als halbautonomer Teilstaat gehört. Zur beginnenden Regenzeit wird es dort 27 Grad warm sein. 

Auf Sansibar wird sie drei Wochen lang in kleinen Hospitals ihren mitgereisten Zahnärzten zur Hand gehen. Obendrein wird sie in Vorträgen versuchen, Schulkindern die richtige Mundhygiene beizubringen, wobei ihr zugute kommen dürfte, dass auf Sansibar neben Suaheli auch Englisch Amtssprache ist.

Mit ihrem Einsatz folgt Anna einem Ruf des gemeinnützigen Vereins „Planet Action – Helfende Hände“, der erst vor drei Jahren gegründet wurde und es sich zur Aufgabe gemacht hat, in Entwicklungsländern vor allem für jene Menschen da zu sein, die sich eine Behandlung beim Zahnarzt finanziell nicht leisten können oder unzumutbar lange Fußmärsche in Kauf nehmen müssten.

Auf den Verein aufmerksam geworden war Anna durch Dilan Yildiz, bis 2016 zwei Jahre lang Assistenzzahnärztin in der Praxis in Witzenhausen. Sie lebt derzeit in Braunschweig. Nicht nur die gemeinsame Zeit in der Kirschenstadt verbindet die jungen Frauen. Auf Sansibar werden beide auch den Geburtstag und die Hochzeit eines Freundes feiern.

Von Chris Cortis

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