Gegen die Wegwerf-Mentalität

Neues Repair-Café in Bad Sooden-Allendorf soll Integration fördern

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Interkulturell und Generationen übergreifend: Im Repair-Café arbeiten Jung und Alt Hand in Hand, wie hier Peter Buschmann (von links), Taha und Vater Jasim Albissa, die beide aus dem Irak stammen. 

Bad Sooden-Allendorf. Eine Werkstatt, die jeder nutzen kann, gibt es jetzt in Bad Sooden-Allendorf. Eingerichtet ist sie in den Kellerräumen der Rhenanus-Schule.

Dort werden alte Fahrräder wieder in Schuss gebracht, aber auch kleinere elektrische Haushaltsgeräte repariert, wenn etwa die Kaffeemaschine streikt, der Mixer seine Dienste versagt oder der Föhn eben keine heiße Luft mehr bläst.

Bei dem Repair-Café handelt es sich um ein Projekt, das Hilfe zur Selbsthilfe anbietet und zugleich die Integration der in der Kurstadt gestrandeten Flüchtlinge fördert. Beteiligt daran sind die Rhenanus-Schule, deren Räume der Kreis unbefristet und mietfrei zur Verfügung stellt, der örtliche Sozialkreis, der die ehrenamtlichen Mitarbeiter liefert, unterstützend auch die Landeskirche und nicht zuletzt das Familienzentrum (FAZ), das für die Organisation zuständig ist.

Das FAZ hatte in eigenen Räumen das Repair-Café schon vor zwei Jahren ins Leben gerufen. Allerdings wurde es dort schon bald viel zu eng. Da passte es, dass die Fahrrad-Werkstatt an der Schule in deutlich größere Räume umzog, die sich beide nun teilen. An der Rhenanus-Schule ist die Fahrrad-Werkstatt ein Wahlpflichtangebot mit zwei Wochenstunden am Vormittag. Daran nehmen Schüler aus der Region und aus unterschiedlichen Herkunftsländern teil.

Die treffen sich nun auch im Rahmen eines freiwilligen sozialen Schuljahres auf ehrenamtlicher Basis im Repair-Café, um mit Erwachsenen aus Bad Sooden-Allendorf und allen möglichen Ländern zu arbeiten, voneinander zu lernen und sich auszutauschen. So wird das Engagement von Jung und Alt zu einem interkulturellen und Generationen übergreifenden Miteinander. Gleichzeitig soll mit dem Repair-Café ein Signal gesetzt werden gegen eine Wegwerf-Mentalität. 

Aus Sicht des Landkreises steht der kurzfristigen Eröffnung dieser Einrichtung nichts im Wege. Der Termin soll noch bekannt gegeben werden. Dann ist die Werkstatt mittwochs zwischen 16 und 19 Uhr geöffnet – parallel zur Kleiderkammer, die ebenfalls in der Rhenanus-Schule untergebracht ist. Dann werden im Repair-Café gern auch Spenden in Form von entbehrlichen Werkzeugen aller Art oder ausrangierten Fahrrädern entgegengenommen, die aufgearbeitet und gegen einen geringen Obolus an Schüler und Studenten weitergegeben werden. 

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