Retro-Feier lockte zahlreiche Gäste

Schallplattenparty in Bad Sooden-Allendorf: Tanzwütige von 60 bis 90 Jahren

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Verbreiteten gute Laune bei der Schallplattenparty im Seniorentreffpunkt: Gitta Böttner (von links), Sigrid Vogeley, Silke Herwig, Alexandra Kobusch und Conny Knabe. Vorn DJ Matthais Vogeley.

Eine Retro-Fete mit alten Gassenhauern direkt von der Schallplatte - das kommt in Bad Sooden-Allendorf gut an. Wie eine Party aussieht, bei der die jüngsten Teilnehmer 60 Jahre alt sind, lesen Sie hier.

„Schütt die Sorgen in ein Gläschen Wein“, schallt es in gedämpftem Ton aus den mehr als 400 Watt starken Lautsprecherboxen. Und fast alle im Saal singen oder summen die eingängige Melodie mit. „Das war genau unsere Zeit“, freut sich Willi Dins. Beim nächsten Gassenhauer hakt der 83-Jährige neben sich seine Tochter Andrea unter, und im Nu wird an allen Tischen geschunkelt.

Im Stil der 1950er Jahre feierten am Samstag im mit bunten Girlanden geschmückten Seniorentreffpunkt rund 70 Teilnehmer im Alter von knapp 60 bis über 90 Jahren eine fröhliche und stimmungsvolle Schallplattenparty.

Zum dritten Mal in Folge ermöglicht haben das Matthias und Sigrid Vogeley, die mit unter 60 Lenzen noch zu den „jungen Hüppern“ gehören und aus ihrem reichen Fundus von fast 1000 Venyl-Tonträgern nur eine kleine Auswahl der LPs mitgebracht hatten, die freilich groß genug gewesen wäre, die ganze Nacht durchzumachen.

Ehe sich ohne Krächzen oder andere Fremdgeräusche die erste Scheibe auf dem Doppel-Plattenspieler aus den 1970er Jahren drehte, griffen die Senioren bei einer Kaffeetafel beherzt zu Kuchen und feinem Gebäck, um sich später von Gitta Böttner verwöhnen zu lassen, die die köstliche Bowle zur Feier des Tages gespendet hatte.

Weil in den beiden Vorjahren auf der Zielgeraden zum karnevalistischen Höhepunkt der Zuspruch zu dieser Veranstaltung so groß war, dass man zum Tanzen kaum ein Bein aufs Parkett kriegte, mussten die Teilnehmer diesmal ihre Plätze bei der Leiterin des Seniorentreffpunktes, Alexandra Kobusch, reservieren lassen. Stilecht im roten Petticoat, freute sie sich, im weiten Rund auch viele neue Gesichter begrüßen zu können, und gestand: „Mein Herz schlägt für diese Einrichtung und meine Gäste.“

Und auch zum Schunkellied „Wer soll das bezahlen?“ hatte sie die passende Antwort. Mit fünf Euro war jeder dabei: Kleines Geld für ein großes Vergnügen.   

Von Chris Cortis

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