Schifflersgrund: Bund und Land geben 2,4 Millionen Euro für die Neukonzeption

Mit dieser Baggerschaufel wollte Heinz-Josef Große 1982 bei Wahlhausen die Sperranlagen überwinden . Wenige Meter vor dem hessischen Gebiet wurde der 35-Jährige erschossen. Foto: Werner Keller/nh

Die Umgestaltung der Gedenkstätte Schifflersgrund bei Bad Sooden-Allendorf und die Errichtung eines neuen Ausstellungsgebäudes werden mit insgesamt 2,4 Millionen Euro gefördert.

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat am Donnerstag grünes Licht für die 1,2 Millionen Euro aus Berlin gegeben, wie SPD-Bundestagsabgeordneter und Staatsminister Michael Roth mitteilte.

Die Förderung

Die Hälfte übernimmt der Bund, die andere Hälfte teilen sich die Länder Hessen und Thüringen mit jeweils 600 000 Euro. „Hier haben Vertreter von Landtag, Deutschem Bundestag und der hessischen Landesregierung Hand in Hand gearbeitet“, kommentierte Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann die Bewilligung.

Die Geschichte

Das Grenzmuseum Schifflersgrund zwischen Hessen und Thüringen besteht seit 1991 und gilt als erste Gedenkstätte des Erinnerns an das DDR-Unrechtsregime und dessen unmenschliches Grenzsicherungssystem. Bereits am Tag der Wiedervereinigung, am 3. Oktober 1990, nahm es seine vorläufige Arbeit auf. Von da an wurden zahlreiche Ausstellungsstücke, darunter Fahrzeuge, Hubschrauber und andere Technik zur Grenzsicherung aus der Zeit der Teilung Deutschlands zusammengetragen. Seitdem ist es dort gelungen, die Teilung Deutschlands durch den Eisernen Vorhang für Hunderttausende Besucherinnen und Besuchern, darunter unzählige Schulklassen, beeindruckend und mahnend greifbar zu machen.

Das neue Konzept

Mit der Umsetzung des neuen Konzeptes folgt man auch den Anforderungen des Thüringer Museumsverbandes. So ist die jetzige Dauerausstellung 20 Jahre alt – Zeit für eine Renovierung.

Voraussichtlich Anfang 2020 wird mit der Umgestaltung des Grenzmuseums Schifflersgrund begonnen. Die Umsetzung wird zwei Jahre in Anspruch nehmen. „Schließen kommt nicht in Frage, dann laufen uns die Besucher weg“, so der Vorsitzende des Trägervereins Arbeitskreis Grenzinformation, Wolfgang Ruske.

Die Veränderungen

Inhaltlich wurde Wert auf das Herausstellen als historischer Ort gelegt, entsprechend sollen die Bestände gelichtet werden.

. Die neue Dauerausstellung in einem neuen Gebäude gliedert sich in Kriegsende und Teilung, Systemkonflikt und DDR-Grenzregime, Leben an und mit der Grenze, Überwindung der Teilung und ihre Folgen.

. Im Außenraum Terrasse werden die Grenztechnik, das ehemalige Zollhäuschen, aber auch der gescheiterte Fluchtversuch von Heinz-Josef Große dargestellt.

. Das Empfangsgebäude nimmt das Eichsfeldcenter mit Rezeption, Kurzdarstellung und eine Infostelle zum Grünen Band, zum Naturtourismus und die Umweltbildung auf.

Stimmen

„Junge Menschen kennen die Zeit der deutschen Teilung nur noch aus Geschichtsbüchern und Erzählungen. In Zeiten, in denen Mauern und Grenzzäune von einigen wieder populär gemacht werden wollen, ist es auch deshalb umso wichtiger, lehrreiche und mahnende Erinnerungsorte wie Schifflersgrund zu fördern“, begrüßt Roth die Entscheidung.

„Ich bin dankbar dafür, dass wir es gemeinsam geschafft haben, diesen wichtigen Ort des Gedenkens zukunftsfest zu machen“, kommentiert die Abgeordnete des Hessischen Landtages Lena Arnoldt die Entscheidung.  sff/wke/ts

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