Nur zwei Fluppen in 100 Jahren

Walter Reubert aus Bad Sooden-Allendorf wird heute 100 Jahre alt

Da staunt sogar der Weihnachtsmann: Walter Reubert feiert heute seinen 100. Geburtstag. 
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Da staunt sogar der Weihnachtsmann: Walter Reubert feiert heute seinen 100. Geburtstag. 

Vom Rauchen hat er nie viel gehalten: Vielleicht eines der Geheimnisse, warum Walter Reubert aus Bad Sooden-Allendorf es auf ein biblisches Alter von 100 Jahren geschafft hat.

Im Seniorenzentrum Nettling in Bad Sooden-Allendorf feiert heute Walter Reubert seinen 100. Geburtstag.

Den Ausrutscher mit den Glimmstängeln leistete er sich im Zweiten Weltkrieg als Soldat der Infanterie. In Frankreich wurde der junge Oberleutnant schwer verwundet. Ein Granatsplitter hatte ihn in der rechten Kniekehle getroffen, und nur mit Glück und dank ärztlicher Kunst blieb ihm eine Amputation erspart.

Nur deshalb konnte der gelernte Versicherungskaufmann, der nach seiner Genesung auch den Russland-Feldzug mitmachte, später sein großes Hobby sogar zum Beruf machen: Reubert wurde nach seiner Ausbildung in Hamburg Solotänzer, und sein Promotor vermittelte ihm und seiner langjährigen Tanzpartnerin Auftritte quer durch die noch junge Republik bis hin zu Engagements auf Kreuzfahrtschiffen.

Walter Reubert wurde in Kassel geboren 

Aus einer vertraglich schon vereinbarten Serie von Auftritten in England wurde wegen einer Erkrankung der Frau allerdings nichts. Gleichwohl habe er damals „schönes Geld verdient“, erinnert sich mit einem Lächeln der musisch angehauchte Mann.

Als Sohn eines Polizisten wurde Walter Reubert in Kassel geboren und ist der Älteste unter vier Geschwistern, von denen ein Bruder mit 94 Jahren verstarb. Der zweite lebt in Nürnberg, die Schwester ist in Eschwege zuhause.

Dorthin auch trieb den Jubilar die Liebe. Seine Frau, die schon vor langer Zeit verstarb, stammte aus Niederdünzebach. Sie schenkte ihm zwei Söhne und eine Tochter. Mittlerweile gehören drei Urenkel zu den Nachkommen.

Im Seniorenzentrum bekannt wie ein bunter Hund

Seine Freunde, erzählt Reubert, hätten ihm schon sehr früh prophezeit, dass er mal 100 Jahre alt werden würde. Und auch er selbst habe sich das immer fest vorgenommen, fügt der frühere Sportler hinzu, der als Leichtathlet Langstrecke lief.

Körperlich und geistig fit, zwang erst ein ärgerlicher Unfall den Mann buchstäblich in die Knie. Vor vier Jahren stürzte er in seiner Wohnung in Eschwege – mit schlimmen Folgen. Nur mühsam kann er sich auf den Beinen halten und verbringt tagsüber die meiste Zeit im Rollstuhl. 

Im Seniorenzentrum ist der 100-Jährige bekannt wie ein bunter Hund. In dieser kleinen Welt begegnet er immer wieder vertrauten Gesichtern und nimmt auch gern an den vielfältigen Veranstaltungen teil, die den Heimbewohnern geboten werden.

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