300 Gäste bei Podiumsdiskussion

Wirtschaftstreff "Moment mal": Philosophieren über das Teilen

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Gestalteten einen philosophischen Abend über den Wert des Teilens: Moderator Claus-Peter Müller von der Grün (von links), Bruder Rudolf Dingenotto, Oliver Bracht, Stephan Kampwirth, Andrea Stöber, Jannik Füllgraf, Torsten Stöber und Uwe Linnenkohl. 

Bad Sooden-Allendorf. Wen lädt man zu einer Podiumsdiskussion ein, wenn das Thema das Abends „Teilen ist Gewinn“ sein soll? Beim 8. „Moment Mal“-Abend hatten die Gastgeber Andrea Stöber (Autohaus Stöber) und Uwe Linnenkohl (VR-Bank Werra-Meißner) bei der Gästeauswahl eine schwierige Aufgabe vor sich.

Sie entschieden sich für einen Schauspieler, einen Franziskaner-Pater, einen IT-Unternehmer und einen Zwölftklässler der Rhenanus-Schule – und heraus kam ein recht philosophischer Abend.

Stamm-Moderator Claus-Peter Müller von der Grün befragte die Podiumsgäste abwechselnd und brachte sie dazu, ihre persönlichen Ansichten zum Thema mit den knapp 300 geladenen Unternehmern und Führungskräften aus dem Landkreis zu teilen.

Trotz aller unterschiedlicher Werdegänge waren sich die vier auf dem Podium einig: Teilen ist wertvoll – und vom Zusammentreffen, -leben und -arbeiten mit anderen Menschen kann man persönlich wie beruflich sehr profitieren.

Am eindrücklichsten war das beiBruder Rudolf Dingenotto: Der Franziskaner-Mönch hat, bevor er ins Kloster auf dem Hülfensberg zog, unter anderem im Hafen, in der Psychiatrie, bei Bosch am Band und in der Aids-Hilfe gearbeitet, freiwillig in Obdachlosenunterkünften und an verschiedenen Orten in Europa gelebt. 16mal sei er in seinem Leben umgezogen. „Man sollte sich die Menschen, mit denen man sich umgibt, nicht nur nach Sympathie aussuchen“, rät er. „Je unterschiedlicher die Gruppe ist, desto breiter wird mein Horizont. Verbundenheit kann wachsen, wenn man sich in der Gruppe einbringt.“

Diese Erfahrung macht auch Stephan Kampwirth regelmäßig: Der Schauspieler hat schon auf vielen Bühnen und vor vielen Kameras gestanden und weiß: „Man kann nicht allein spielen.“ Ein König komme auf der Bühne nur dann gut rüber, wenn auch seine Untertanen gut gespielt werden. Mit dem Theaterpublikum teilt er in jeder Vorstellung den Moment – und hofft, dass die Menschen durch das Stück verändert nach Hause gehen. „Das wäre ein emotionaler Gewinn.“

Dass man sein ganzes Wissen mit Kunden teilen kann und damit viel beruflichen Erfolg hat, beweist Oliver Bracht. Er studierte Soziologie und Philosophie und leitet heute in Kassel die IT-Firma Eoda mit 30 Mitarbeitern. Er glaubt, dass ein Mensch, der teilt, andere Werte hat: „Er wird offener und authentischer.“

Dass gerade geteilte Werte und Erfahrungen wichtig fürs Heranwachsen sind, schilderte Jannik Füllgrafaus Dudenrode. Der Zwölftklässler ist Stipendiat der Roland-Berger-Stiftung und trifft bei den angebotenen Seminaren auf Jugendliche, die sich wie er durch Motivation, Fairness, Wissensdurst und Ehrgeiz auszeichnen. „Das schafft ein tiefes Gemeinschaftsgefühl.“

„Moment Mal“-Abend in Bad Sooden-Allendorf

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