Bahnhof Epterode - Letzter Kohlezug fuhr 2002

Bahnhof Epterode 
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Hauptsächlich für den Güterverkehr: Der Bahnhof Epterode. Repro: aus dem Buch „Gelstertalbahn“ von Wolfgang Koch

Hauptsächlich dem Güterverkehr diente der Bahnhof in Epterode. 2002 rollte hier der letzte Kohlezug. 

Der Bahnverkehr spielte im Werra-Meißner-Kreis stets eine große Rolle. Heute: die Geschichte des Bahnhofs Epterode.

Epterode. Das Bahnhofsareal hatte nur eine Länge von etwa 500 m und war Scheitelpunkt der Strecke mit einem Gefälle von etwa zwei Prozent nach beiden Seiten. Hier gab es vier Durchgangsgleise, drei Ausziehgleise, ein Ladegleis und ein Anschlussgleis – wobei zwei der Durchgangsgleise zum Rangieren und Abstellen von Waggons genutzt wurden.

Güterabfertigung und Fahrkartenausgabe

Der Bahnhof hatte neben der Güterabfertigung noch eine Fahrkartenausgabe und ein Stellwerk „Ef“ im Empfangsgebäude. Am südlichen Bahnhofsende querte die Landstraße die Gleise und wurde vom Schrankenposten „Es“ überwacht, der wahrscheinlich auch die Bahnhofseinfahrt bedient hat. Die nördliche Straßenquerung wurde vom Stellwerk „Ef“ übernommen. Nördlich des Bahnhofs war das Anschlussgleis zu den Göbelwerken. 

Bis 1965 mehr Güteraufkommen als Eschwege 

Bis 1965 hatte Epterode ein höheres Güteraufkommen als der Bahnhof Eschwege und somit vielleicht das höchste im später gebildeten Werra-Meißner-Kreis. Die Gesamteinnahmen im Güterverkehr betrugen damals etwa 2,8 Millionen DM (1,43 Millionen Euro). 1970 waren dort zwölf Personen beschäftigt: Fahrdienstleiter, Güterabfertigung, Schrankenwärter, Ladeschaffner, Betriebsarbeiter, Reservekraft und der Bahnhofsvorsteher Karl Böttigheimer, der sogar wegen dem hohen Frachtaufkommen am Bahnhof zum Bundesbahn-Betriebsinspektor befördert wurde. Der Niedergang des Bahnhofs begann mit der Einstellung des Personenverkehrs am 2. Juni 1973. Die Fahrkartenausgabe wurde geschlossen und die Dienstvorsteherstelle aufgehoben. Ab 1975 war nur noch ein Bediensteter für die Güterabfertigung der beiden Bahnhöfe Großalmerode West und Epterode zuständig. Zum 1. November 1977 wurde auch dieser abgezogen und alles vom Bahnhof Walburg übernommen.

Mit Schließung der zeche Hirschberg auch Güterverkehr eingestellt

Mit der Schließung der Zeche Hirschberg Ende 2002 wurde auch der Güterverkehr auf der Strecke eingestellt. Durch die Einstellung der Förderung wurde auch die letzte Braunkohle-Tiefbaugrube Deutschlands stillgelegt. Mit dem letzten Kohlezug am Freitag, 13. Dezember 2002, fuhr der letzte reguläre Güterzug zwischen Kaufungen und Epterode.

Bahnhofsgebäude heute in privater Hand

Das Bahnhofsgebäude ist heute in privaten Händen, die Gleise sind verwaist, der Schrankenposten wurde zwischenzeitlich abgerissen und die Natur holt sich alles zurück. Der Verladebunker, der eigentlich als Industriedenkmal erhalten werden sollte, ist 2003 abgerissen worden.VON EDGAR BRILL

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