Schaden an Oberleitung

Unbekannte legen Bahnstrecke zwischen Bad Sooden-Allendorf und Neu-Eichenberg lahm

Bad Sooden-Allendorf. Auf der Bahnstrecke zwischen Bad Sooden-Allendorf und Neu-Eichenberg lag am Dienstagvormittag der gesamte Verkehr still. Grund dafür war ein Schaden an der Oberleitung. Erst gegen 13 Uhr konnten Züge wieder wechselseitig eingleisig die Strecke passieren.

Ausgelöst wurde der Schaden an der Oberleitung laut Peter Dittel, Sprecher der Bundespolizei, dadurch, dass unbekannte Täter eine zwei Meter lange und 1,20 Meter breite Absperrbake von der Brücke in Bad Sooden-Allendorf auf den Stromabnehmer eines, in diesem Moment darunter durchfahrenden Güterzugs warfen. Die Bake aus Kunststoff verfing sich daraufhin mit der Oberleitung, wodurch es zu einem Kurzschluss kam. Der Vorfall ereignete sich laut einem Sprecher der Deutschen Bahn bereits gegen 1.25 Uhr in der Nacht auf Dienstag. Der Kurzschluss wurde in der Schaltzentrale für den Bahnstrom mit Sitz in Borken bemerkt, gegen 3 Uhr sei ein Notfallmanager der Deutschen Bahn vor Ort gewesen, der den Abriss der Oberleitung festgestellt hatte. Sowohl aus Kassel als auch aus Hanau wurde je ein Instandsetzungsfahrzeug geordert. Sie begannen auf dem zweiten Gleis neben dem Güterzug von beiden Seiten mit der Reparatur der Oberleitung, sodass eine komplette Sperrung der Strecke notwendig war. Wenn die Reparaturarbeiten entsprechend fortgeschritten seien, wolle man sehen, inwieweit der Güterzug wieder fahrfähig sei, bevor man eine Diesellok ordere, um ihn abzuschleppen. Der Güterverkehr wurde weiträumig umgeleitet beziehungsweise zurückgehalten, für den Personenverkehr sei wohl ein Busverkehr organisiert worden, sagte der Sprecher der Bahn, verwies jedoch für genauere Auskünfte an Cantus.

Eine Stellungnahme von Cantus steht bislang noch aus. Daher ist noch völlig unklar, wie viele Züge und Personen von den Behinderungen betroffen waren.

Die Bundespolizei, die erst gegen 10 Uhr morgens von dem Vorfall in Kenntnis gesetzt wurde, hat die Ermittlungen aufgenommen. „Im Gesamtbild betrachtet war es ja kein Versehen, sondern grenzt an einen gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr“, sagte Pressesprecher Peter Dittel auf Anfrage. Mit einem Hubschrauber war die Bundespolizei vor Ort, um das Schadensbild aus der Luft aufzunehmen.

Hinweise: Die Bundespolizei bittet Zeugen, die jemanden zu der fraglichen Zeit auf der Brücke gesehen haben, sich zu melden unter der 110 oder der Hotline 08 00/6 88 80 00.

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