Bald kann jeder kommen

Das Haus der Jugend bei Reichenbach wird durch einen Anbau barrierefrei

Informierten sich über die Modernisierung des Hauses der Jugend in Reichenbach: Landrat Stefan Reuß (von links) und Matthias Schulze vom Eigenbetrieb Volkshochschule, Jugend und Freizeit Werra-Meißner mit Architekt Hans-Peter Schubert. Foto: Röß

Reichenbach. Das Haus der Jugend „An den großen Steinen“ oberhalb von Reichenbach wird barrierefrei. Mit einer Aufzugsanlage im neuen Anbau soll die Einrichtung des Werra-Meißner-Kreises auch für behinderte Menschen voll nutzbar werden.

Landrat Stefan Reuß, Matthias Schulze vom Eigenbetrieb Volkshochschule, Jugend und Freizeit Werra-Meißner sowie Architekt Hans-Peter Schubert nahmen diese Woche die Baustelle am Haus der Jugend in Augenschein, um sich einen Eindruck vom Stand der Arbeiten zu verschaffen und über das inklusive Konzept zu informieren.

Nach Ostern war mit dem Anbau am Nordgiebel des Haupthauses auf der Grundfläche des ehemaligen Nebengebäudes begonnen worden. Ebenerdig entsteht dort auf 45 Quadratmetern ein neuer Gruppenraum. Mit dem geplanten Aufzug gelangt man dann in die nächste Etage, in der zwei behindertengerechte Zimmer mit je zwei Betten sowie den entsprechenden Nasszellen und WC vorgesehen sind.

330 000 Euro sind für das Projekt veranschlagt. Gestalterisch ist der neue zweigeschossige Anbau mit seinem Pultdach an das Haupthaus angepasst, stellte Architekt Schubert heraus. Die Arbeiten sollen bis Mitte September 2015 beendet sein. Die Baustelle mit Kran wurde so eingerichtet, dass der Betrieb des Hauses fortgesetzt werden kann.

Einen Zugang sowohl zum neuen Gruppenraum im Erdgeschoss des Anbaus als auch zum Aufzug gibt es allein über den Speisesaal des Haupthauses. Die beiden Zimmer im Obergeschoss werden über den vorhandenen Flur erreichbar sein. Behinderten Menschen steht damit künftig uneingeschränkt das ganze Haus zur Verfügung. Ein wichtiger Aspekt für Landrat Reuß mit Blick auf die Inklusion, die sich der Werra-Meißner-Kreis als Modellregion auf die Fahnen geschrieben hat.

So zielt das Konzept darauf ab, kreiseigene Einrichtungen entsprechend umzurüsten, wie Reuß am Beispiel bereits realisierter Vorhaben an der Europa-Akademie und der Volkshochschule verdeutlichte. In Folge der Inklusion verteilen sich behinderte Schüler auch mehr und mehr auf die Klassen in den Regelschulen. Das habe die Erweiterung in Reichenbach erforderlich gemacht, um die Einrichtung mit jährlich mehr als 6000 Übernachtungen auch weiterhin erfolgreich betreiben zu können, argumentierte der Landrat.

Da zur Zielgruppe hauptsächlich Grundschüler zählen, ist die Maßnahme im Haus der Jugend auch als Reaktion auf kleiner werdende Klassen zu verstehen. Mit 58 Betten im Haupthaus reicht die Kapazität zwar für zwei Klassen aus, jedoch fehlte stets ein zweiter Gruppenraum, so dass im Bedarfsfall der Speisesaal umfunktioniert werden musste.

Die barrierefreie Umgestaltung des Hauses weckte bei Stefan Reuß und Matthias Schulze die Hoffnung, damit künftig auch „ältere Semester“ für Seminare im Haus begeistern zu können. (zlr)

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