Firma will mehr Material für Straßenbau herstellen

Bald Klarheit zu Asche-Recycling in Witzenhausen: RP Kassel kündigt Entscheidung an

So sieht der Steinbruch von oben aus: Die Firma Speck baut auf dem Burgberg bei Witzenhausen Kalkstein ab, mischt ihn mit Bettasche aus dem Müllheizkraftwerk der Firma B+T im Gelstertal und verarbeitet ihn so zu Material für den Straßenbau. Das Dorf im Hintergrund ist Ermschwerd.
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So sieht der Steinbruch von oben aus: Die Firma Speck baut auf dem Burgberg bei Witzenhausen Kalkstein ab, mischt ihn mit Bettasche aus dem Müllheizkraftwerk der Firma B+T im Gelstertal und verarbeitet ihn so zu Material für den Straßenbau. Das Dorf im Hintergrund ist Ermschwerd.

Jahre ist es her, dass die Witzenhäuser Stadtverordneten mit einer Änderung des Bebauungsplans für den Burgberg-Steinbruch ihren Teil für mehr Recycling von Bettasche freigemacht haben.

Doch viel passiert ist seither nicht – weil immer noch keine immissionsschutzrechtliche Genehmigung vorliegt. Jetzt kommt Bewegung in die Sache.

Bei Bettasche handelt es sich um Rückstände aus der Restmüllverbrennung im Ersatzbrennstoffkraftwerk der Firma B+T Biopower im Gelstertal bei Witzenhausen. Vor der Weiterverarbeitung würden alle Schadstoffe herausgefiltert, berichtet Michael Conrad, Sprecher des Regierungspräsidiums (RP) Kassel, auf Anfrage.

Firma Speck baut auf dem Burgberg Kalkstein ab 

Das Material werde sowohl von B+T, als auch von einem externen Gutachter und einem anerkannten Prüflabor auf Schadstoffe überprüft.Die jüngsten Ergebnisse aus diesem Jahr hätten zu keiner veränderten Einstufung der Bettasche geführt.

Die Firma Speck baut auf dem Burgberg Kalkstein ab und mischt ihn dort mit der Bettasche, das Material wird als Frostschutz im Straßenbau verwendet. 2014 beantragte die Firma, statt wie bisher 10.000 Tonnen Bettasche pro Jahr künftig 18.000 Tonnen/ Jahr verarbeiten zu dürfen, so Conrad.

Erörterung fand kürzlich beim Regierungspräsidium statt 

Das RP habe das Verfahren aber erst bearbeiten können, nachdem die Unterlagen im Juli 2019 vollständig eingereicht wurden und ein gültiger Bebauungsplan vorlag. Kürzlich habe ein Erörterungstermin beim RP stattgefunden. 

Dabei hätten Vertreter der Firma, der Stadt Witzenhausen, des RP, des Werra-Meißner-Kreises, des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie sowie eine Einwenderin mögliche Folgen für Boden, Wasser, Luft, Klima und Mensch sowie das Thema Monitoring diskutiert. Details nannte Conrad nicht, sagt aber: „Eine Entscheidung über den Genehmigungsantrag ergeht voraussichtlich im Januar 2020.“

Dass immissionsschutzrechtliche Verfahren lange dauern, sei nicht ungewöhnlich, sagt Witzenhausens Bauamtsleiter Bernd Westermann auf Anfrage.

Stadtverordnete diskutierten das Thema zuletzt 2014 

„Es wäre natürlich schön, wenn die Investoren schnell eine Rückmeldung bekommen könnten.“ Aber schließlich müssten alle Facetten einer möglichen Belastung für Mensch und Umwelt vorher gründlich von den verschiedenen Behörden geprüft werden.

In den politischen Gremien der Stadt wurde das Thema zuletzt im Juli 2014 diskutiert. Damals hatten die Stadtverordneten das Vorhaben unterstützt, weil damit lange Transportwege für das Recycling der Witzenhäuser Bettasche vermieden würden. 

Allerdings beschloss das Parlament, dass regelmäßig das Grundwasser untersucht werden soll, um eine Gefährdung auszuschließen. Laut einem städtebaulichen Vertrag darf die Stadt den Gutachter bestimmen, die Kosten trägt die Firma Speck. Da die Tonnage noch nicht erhöht worden sei, habe es auch noch keine Beprobung gegeben, sagt Westermann. Der städtebauliche Vertrag liege dem RP vor.

Das sagt der Firmenchef

Markus Speck, der Geschäftsführer der „Herbert Speck GmbH“, gibt sich angesichts der Wartezeit auf eine Genehmigung gelassen. „Es ist durchaus üblich, dass solche Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligungen seine Zeit brauchen“, sagt er auf Anfrage unserer Zeitung. 

Folgen hat es dennoch: Da Speck bislang nicht mehr als 10 000 Tonnen Bettasche aus dem Kraftwerk abnehmen kann, würden große Teile des mineralischen Materials in Magdeburg verwertet. „Dahin geht natürlich auch die Wertschöpfung.“ 

Der vom Parlament geänderte Bebauungsplan „Sondergebiet Burgberg II“ wurde im November 2014 Teil des Ortsrechts. Er sieht vor, dass die Firma Speck nur so lange auf dem Burgberg Bettasche verarbeiten darf, wie sie dort Kalkstein abbaut. Speck geht davon aus, dass das noch 35 Jahre der Fall sein wird.

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