Bald Lkw im Minutentakt?

Quenteler wehren sich gegen geplante Asphaltmischanlage

Widerstand gegen geplante Asphaltmischanlage auf dem Ölberg: Jens Winter (von links), Felix Blumenstein, Stefan Kluge, Katrin Kluge, Sven Winter, Mirko Knappe, Mario Enders, Karl-Heinz Blumenstein, Torsten Krass und Jan Ludwig zählen zu den 19 Quentlern, die spontan ihre Mitarbeit in der Bürgerinitiative zugesagt haben, um den Bau der Asphaltmischanlage mit den befürchteten Folgen für den Ort zu verhindern. Fotos: Röß

Quentel. „Die sollen machen, was sie wollen - aber nicht mit uns!“ Damit sprach Ortsvorsteher Hans Schubert den Quentelern, die am Donnerstag zur Ortsbeiratssitzung gekommen waren, offenbar aus der Seele.

Nur ein einziger Punkt stand auf der Tagesordnung: Der Antrag der Basalt-Actien-Gesellschaft (bag) beim Regierungspräsidium (RP) in Kassel auf Errichtung und Betrieb einer Asphaltmischanlage auf dem Gelände des Basalttagebaus Ölberg.

Dass eine solche Erweiterung des Betriebes in dem nahen Tagebau den Quentelern nicht recht ist, zeigte die große Resonanz der Sitzung mit nahezu 100 Besuchern im Gemeinschaftshaus. Wie sehr der zusätzliche Verkehr die ohnehin hohe Belastung im Ort erhöhen würde, machte die Präsentation der bisher bekannten Fakten von Felix Blumenstein deutlich.

So soll die geplante Anlage im Normalfall an fünf Tagen pro Woche jeweils über zwölf Stunden betrieben werden und stündlich 280 Tonnen Asphalt produzieren. Im Bedarfsfall soll die Produktion sogar auf eine Sieben-Tage-Woche rund um die Uhr ausgeweitet werden. Durch den zusätzlichen An- und Abtransport von Materialien befürchten die Quenteler in Spitzenzeiten einen Lkw-Verkehr im Minutentakt.

Viel zu viel für die vor wenigen Jahren neu gebaute Ortsdurchfahrt, die schon durch den bisherigen Verkehr enorm gelitten hat. So mussten die Kanaldeckel bereits mehrfach auf die Höhe der Fahrbahn angepasst werden. Den Bürgersteig im Bereich der Dorflinde haben die Lkw im Begegnungsverkehr schon platt gefahren. Dass zur Herstellung des Asphalts auch belastetes Recycling-Material mit verwendet werden und als Brennstoff zum Betrieb der Anlage neben Heizöl auch Braunkohlestaub zum Einsatz kommen soll, stößt bei den Quentelern auf Unverständnis: Anderenorts werden mit Braunkohlestaub befeuerte Anlagen wegen ihrer Belastung für die Umwelt reihenweise geschlossen, hier soll eine genehmigt werden.

Ortsbeirat ist gegen die Errichtung der Anlage

Einstimmig sprach sich der Ortsbeirat gegen die Errichtung der Anlage aus. Entsprechend wird die Stellungnahme an die Stadt ausfallen, die in ihrem Schreiben vom 16. Januar 2013 die Ortsvertreter bis zum 15. Februar um Antwort gebeten hatte. Ohne Kenntnis aller Fakten entscheiden zu müssen, empfanden die Mitglieder des Ortsbeirats als Zumutung. Das überfallartige Vorgehen war zustande gekommen, nachdem die bag wegen des Baus der A 44 erst am 10. Dezember 2012 einen beschleunigten Antrag für die neue Asphaltmischanlage beim RP in Kassel gestellt hatte.

Bei der Stellungnahme des Ortsbeirates soll es nicht bleiben, denn die Quenteler wollen auch die Politiker mit ins Boot holen. Dass noch am Sitzungsabend 19 Teilnehmer ihre Bereitschaft zur Mitarbeit in einer Bürgerinitiative signalisierten zeigt, mit welchem Nachdruck die Bewohner den Bau der Anlage auf dem Ölberg verhindern wollen.

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