Bauarbeiten im alten Bebenroth-Tunnel beginnen

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Hier fahren vorerst keine Züge mehr: Bauleiter Jürgen Domenig und Projektleiterin Jutta Heine-Seela vor dem Südeingang des alten Bebenroth-Tunnels, der bis November 2015 ausgebaut und saniert wird. 

Neuseesen. Noch ist es düster, matschig und still im alten Bebenroth-Tunnel. Nur wenige Bauarbeiter sind zu sehen, die die Vorarbeiten für die neue Großbaustelle erledigen.

Seit Anfang September ist der zweigleisige Bahntunnel stillgelegt. Mit dem offiziellen Spatenstich am Mittwoch können die Arbeiten im Tunnel nun richtig losgehen.

36 Millionen Euro kostet die Erneuerung der 930 Meter langen und 138 Jahre alten Röhre, die bis Ende November 2015 abgeschlossen sein soll. „Zu Beginn werden zunächst Hohlräume im Gewölbe aufgefüllt und die alte Sohle herausgebrochen“, erklärt Projektleiterin Jutta Heine-Seela von DB ProjektBau.

Aus Beton werde dann eine neue Sohle (Fundament) erstellt und danach die Innenschale des Tunnels erneuert. Hinzu kommen Feinarbeiten, wie der Einbau von Lichtern, Schildern und Kabeln.

Viel Wert wird beim Ausbau des Tunnels auf die Sicherheit gelegt. Die neuen Schienen liegen deshalb nicht auf Holz und Schotter, sondern in Beton. „Im Notfall können so auch Rettungsfahrzeuge auf den Schienen fahren“, erklärt Heine-Seela. Außerdem werden beide Röhren über einen Flucht- und Rettungsstollen verbunden.

3,9 Kilometer neue Schienen

Allein beim Ausbruch der Sohle werden rund 19.000 Kubikmeter Erdmaterial bewegt. Ein Teil davon wird vor Ort wieder eingebaut, der Großteil aber in einer nahegelegenen Grube deponiert. Neben 3,9 Kilometer Schienen werden 1400 Tonnen Stahl, 2890 Tonnen Schotter und 1120 Betonschwellen verbaut.

Bauarbeiten am alten Tunnel

Bauarbeiten am alten Bebenrothtunnel

Außer dem Baustellenverkehr werden die Anwohner in Neuseesen und Werleshausen wohl nicht viel von den Bauarbeiten mitbekommen. Das war beim Neubau der zweiten Röhre noch anders. „Sprengungen wird es bei diesem Projekt nicht geben“, betont Heine-Seela.

Dennoch bedeute solch ein Projekt immer auch einen massiven Eingriff in die Natur und umliegende Landschaft. „Nach Abschluss der Bauarbeiten wollen wir das so weit wie möglich ausgleichen“, sagt die Projektleiterin. Dazu sind Ersatzpflanzungen, Ausgleichszahlungen und die Wiederaufforstung gerodeter Waldflächen geplant.

Neue Röhre wurde vor zehn Monaten eingeweiht

Im Dezember 2012 fuhr der erste Zug durch die neue eingleisige Röhre des Bebenroth-Tunnels. Knapp drei Jahre waren mehr als 70 Arbeiter mit dem Neubau des 1030 Meter langen Tunnels bei Neuseesen beschäftigt. 80 000 Kubikmeter Erdreich mussten weichen. Der Tunnel wurde mit modernster Technik ausgestattet und hat rund 52 Millionen Euro gekostet. Die zweite Röhre wurde als Ergänzung zum alten Bebenrothtunnel gebaut, durch den im Jahr 1875 erstmals ein Zug fuhr.

Von Julia Schwekendiek

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