DRK berichtet über tägliche Arbeit mit Flüchtlingen im Senkefeld

Das Senkefeld in Hessisch Lichtenau: Derzeit leben 198 Flüchtlinge in der Erstaufnahmeeinrichtung. Die Unterkunft bietet Platz für bis zu 1250 Menschen. Wann die nächsten Flüchtlinge eintreffen, ist momentan unklar. Foto:  Thomas Meder

Witzenhausen / Hessisch Lichtenau. Sich schnell auf Ereignisse einstellen und eine Lösung finden, keinen Flüchtling vernachlässigen und mit Fingerspitzengefühl auf die einzelnen Kulturen eingehen - das sind für Markus Bechtel die größten Herausforderungen in seinem Arbeitsalltag.

Er ist der humanitäre Leiter der Erstaufnahmeeinrichtung Senkefeld in Hessisch Lichtenau. Bereits zuvor war er in dieser Position im Zeltlager tätig, bis dieses Ende November aufgrund der kalten Temperaturen geräumt werden musste.

Zusammen mit 20 weiteren hauptamtlichen Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) kümmert sich Bechtel im Schichtdienst um die Flüchtlinge: „Wir sind sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr als Ansprechpartner für die Menschen vor Ort.“ Neben der Kleiderkammer gehören auch die medizinische sowie die soziale Betreuung der Flüchtlinge zu den Aufgaben des DRK.

Teilweise seien er und die Mitarbeiter sehr kurzfristig darüber informiert worden, dass ein neuer Bus mit Flüchtlingen ankommt. Doch dies ist laut des 44-Jährigen kein Problem, denn alles ist bereits vorbereitet. „Wenn neue Flüchtlinge hier in der Unterkunft ankommen, geht zunächst ein Dolmetscher in den Bus und erklärt, wie es jetzt weitergeht“, erläutert Bechtel den Ablauf. Danach werden alle in die Verwaltungshalle gebracht, werden registriert und erhalten ein Starter-Paket. Dieses enthält unter anderem diverse Hygieneartikel wie Zahnbürsten.

„Die meisten Menschen sind nach ihrer Ankunft müde, glücklich und gespannt auf die Zukunft“, fasst Bechtel zusammen. „Die Flüchtlinge wollen einem nicht zur Last fallen und sind froh, endlich in Sicherheit zu sein.“ Diese Dankbarkeit spürt der Lichtenauer täglich: „Daher war es für mich auch der emotionalste Moment, als der letzte Bus mit Flüchtlingen Ende November die Zeltstadt verlassen hat.“

Für die Position des humanitären Leiters ist Bechtel bestens geeignet. Das medizinische Wissen hat er durch seine Ausbildung zum Rettungssanitäter. Und durch seine Selbstständigkeit als Projekt- und Bauleiter kennt er auch den kaufmännischen Bereich: „Die Organisation des Senkefelds ist mit der einer Großbaustelle vergleichbar.“

Bechtel lobt die grandiose Hilfsbereitschaft, wünscht sich für die Zukunft jedoch mehr Akzeptanz für die Flüchtlinge in der Bevölkerung. „Ich hoffe, dass die positive Grundeinstellung in Hessisch Lichtenau erhalten bleibt.“ 

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