Privatmann lässt historische Anlage mithilfe der Denkmalpflege sanieren

Betonbogen sichert alten Gewölbekeller in Bad Sooden-Allendorf

Eine Art Brücke aus Beton und fünf Metallstützen sind unter dem Kronengewölbe eines großen alten Kellers zu sehen, Eigentümer Günter Leis zeigt auf die Konstruktion
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Nicht schön, aber hilfreich: Mit dieser Brückenkonstruktion aus Beton und fünf Metallstützen wird im großen alten Keller von Günter Leis in Allendorf jetzt auf Dauer das Gewölbe und die Wand gesichert.

Günter Leis ist glücklich, wie er sagt. Die historische Kelleranlage unter seinem Haus an der Schulzengasse ist saniert. Gewölbedecken und Wände dürften nun weitere Jahrzehnte und Jahrhunderte halten.

Bad Sooden-Allendorf – Insbesondere der größte der vier auf drei Ebenen angelegten Keller – für Experten sind es sogar sechs, wenn man auch die kleinen Räume mitzählt – lag Leis am Herzen. Das Kronengewölbe drohte einzustürzen und die Wand zum Gang abzukippen. Außerdem war es feucht dort unten.

Schon vor sechs Jahren hatte sich Günter Leis bei der Denkmalpflege gemeldet, damit die besondere Anlage erhalten wird. Denn da war erst festgestellt worden, dass wegen eines Schadens im Kanalsystem des Hauses wohl schon über lange Zeit Wasser in den Keller tropfte und das Mauerwerk schädigte. Zudem drückte ein vor langer Zeit im Haus aufgestellter, schwerer Kamin auf das Gewölbedach.

Mehrfach waren dann Bauexperten und Statiker in der Leis’schen Unterwelt, um alles zu untersuchen und genau zu berechnen. Im Auftrag des Bezirkskonservators wurde das gesamte Kellersystem vermessen und damit ein bedeutsames Stück Stadtgeschichte von Bad Sooden-Allendorf dokumentiert. Denn die Keller gab es schon, als 1637 die Altstadt im 30-jährigen Krieg zu großen Teilen niedergebrannt wurde und nur das Unterirdische erhalten blieb. Die Fachwerkhäuser, wie auch das von Erika und Günter Leis, wurden danach erst errichtet.

Und Experten waren es nach Meinung von Günter Leis jetzt auch, die – mit finanzieller Hilfe der Denkmalpflege – für den Erhalt sorgten. Zwei Mitarbeiter der Firma Fesch-Bau aus Waldkappel-Schemmern waren zwei Monate damit beschäftigt, die gefährdetsten Bereiche zu sichern. Davon zeugt nun ein Brückenbogen aus Spezialbeton unter dem Gewölbe des größten, gut 30 Quadratmeter großen Kellers, dessen Gewölbescheitel in 3,50 Meter Höhe ist. Die Brückenkonstruktion ist zudem über Metallstützen mit der Stirnwand verbunden, womit zugleich verhindert wird, dass sich die Wand weiter in den Raum bewegen kann. Zudem wurden im Rahmen der Sanierung eine schadhafte Ecke in einem weiteren Gewölbekeller ausgebessert sowie einige Wandbereiche mit Spezialmörtel ausgefugt.

Günter Leis, der fast drei Fünftel der gesamten Baukosten von 23.000 Euro übernahm, ist sehr zufrieden. Mit Ausnahme einer kleinen Stelle in einem Gang ist nämlich jetzt auch alles trocken.

Nur eines bedauert er ein wenig: Zur Verwirklichung seiner auch von der Denkmalpflege begrüßten Idee, dass Interessierte sich bei Stadtführungen das historische Kellersystem zeigen lassen können, fehlt es an einem für die Sicherheit erforderlichen zweiten Ausgang. (sff)

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