Betonwand soll Fischerstad in Allendorf sichern

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Sicherung steht bevor: Die Stadtmauer am Fischerstad soll eine Bohrpfahlwand erhalten. Die ersten Pläne liegen dem stellvertretenden Bauamtsleiter Friedhelm Eckhardt bereits vor.

Bad Sooden-Allendorf. Auf den Gang durch den romantisch beleuchteten Fischerstad unterhalb der alten Stadtmauer in Allendorf zum Erntefest muss dieses Jahr noch verzichtet werden.

Die Gasse bleibt bis Ende dieses Jahres für den Verkehr gesperrt. Anlieger können über einen Steg entlang der Sicherungskonstruktion den Engpass passieren.

Nach über einem Jahr kommt jetzt aber Bewegung in die Sanierung der Mauer, die wegen der Rutschgefahr auch des Gartengeländes seither abgestützt wird. Geht alles wie geplant, sind Mauer und Gärten ab 2016 wieder sicher. Das erläuterte Friedhelm Eckhardt, stellvertretender Leiter des Stadtbauamtes.

Erste geringfügige Veränderungen an der vier Meter hohen Mauer waren schon vor über zehn Jahren entdeckt worden und hatten Sondierungen und Kernbohrungen zur Folge gehabt. Eine potenzielle Gefahr, sagte das Gutachten 2006 aus, sei nicht gegeben. Mittelfristig wurde eine Sanierung empfohlen.

Als die Stadtwerke 2014 den Kanal in der Straße Hinter der Mauer direkt neben der Krone der Stadtmauer erneuerten, wurde festgestellt, dass sich das Bauwerk bewegt. Leichte Risse deuteten darauf hin.

Nach weiteren Untersuchungen und mehreren Sanierungsvarianten steht in Absprache mit den Denkmalschutzbehörden nun fest: Die vor bald 800 Jahren - nach dem Erhalt der Stadtrechte im Jahr 1218 - errichtete, zwischen der Stadtwarte und dem Bürger’schen Haus noch drei Meter höhere Befestigung erhält oberhalb des Fischerstades auf 50 Meter Länge eine Bohrpfahlwand aus Stahlbeton.

Diese wird bis zu zehn Meter tief in der Straße Hinter der Mauer gegründet. Sie soll den Druck durch das Erdreich von der Stadtmauer nehmen, die selbst unangetastet bleibt, also auch nicht abgetragen und wieder aufgebaut wird, sagte Friedhelm Eckhardt. Zudem wird die Mauer durch Edelstahlanker mit der Betonwand verbunden.

Jüngst vergab der Magistrat den Auftrag für die konkreten Planungen, die jetzt anlaufen. Anfang November soll, wenn es die Witterung zulässt, mit dem Bau der Wand begonnen werden. Im günstigsten Fall ist das Projekt noch Ende des Jahres abgeschlossen. Die Kosten dafür sind mit 500.000 Euro veranschlagt worden. Die finanzschwache Badestadt hofft deshalb sehr auf Unterstützung durch Landesamt für Denkmalpflege und Deutsche Stiftung Denkmalschutz.

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