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Suedlink: Arbeiten im Werra-Meißner-Kreis rufen Behörden auf Plan

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Von: Stefan Forbert

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Bohrgerät über Dachsbau
Bedrohlich nah: Wo für das Suedlink-Projekt im Ausbachtal bei Bad Sooden-Allendorf Bodenuntersuchungen erfolgen sollen, hat ein Dachs seinen weitläufigen Bau angelegt. © Matthias Grabing

Die nach der Winterpause wieder angelaufenen Untersuchungen des Untergrunds, in den die Erdkabel für das Megastrom-Projekt verlegt werden, haben bei Bad Sooden-Allendorf die Bürgerinitative Werra-Meißner gegen Suedlink auf den Plan gerufen.

Bad Sooden-Allendorf – Der Vorstand beschuldigt den Vorhabenträger TransnetBW, ihm scheine es egal zu sein, welche Zerstörungen damit einhergehen. Anlass dafür sind „in sensiblen Gebieten“ eingesetzte Maschinen und Geräte, die Öl verlören – „in Wasserschutzgebieten, auf urbanen Flächen und in Arealen mit geschützten Tierarten“, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

So sollte in einem Gebiet im Ausbachtal genau in einem Bereich gebohrt, wo ein Dachs einen großen Bau angelegt hat. Matthias Grabing von der BI befürchtete, dass beim Bohren zumindest ein Teil der weitläufigen unterirdischen Anlage zerstört würde. Nachdem er darüber kurzfristig die Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis und die Obere Wasserbehörde beim Regierungspräsidium informiert hatte und von dort offenbar mit einem Baustopp gedroht wurde, soll der Bohrpunkt am Dachsbau nun um 20 Meter verlegt werden.

Das teilte Bürgerreferentin Hanna Jansky von TransnetBW gestern nach einem Ortstermin mit. Man habe die Sache dort „anders eingeschätzt“, erklärte sie mit Hinweis darauf, dass es sich beim Dachs um „keine geschützte Tierart“ handele.

Am Donnerstag war sogar die Polizei vor Ort, nachdem das Ordnungsamt der Stadt Bad Sooden-Allendorf sich auch eingeschaltet hatte. Da wurde noch dem Vorwurf nachgegangen, dass von einem der eingesetzten Maschinen und Geräte, die insgesamt keinen ordentlich gewarteten Eindruck vermitteln würden, Öl auf den Boden tropfte. Dazu erklärte TransnetBW-Sprecherin Jansky, dass Schmierstoff, der bei einer kleinen Reparatur ausgelaufen sei, von extra dafür vorgesehenen Wannen aufgefangen wurde. Die Maschinen seien alle ordnungsgemäß zugelassen und würden auch gewartet. Das wurde von Polizei und Unterer Wassserbehörde so bestätigt.

Die BI beschwichtigt das nicht. Sie moniert zudem Schäden von Kettenfahrzeugen auf Feldern und Wegen, beispielsweise am Klausberg, am Hundeplatz und im Ausbachtal. Sie befürchtet, „dass ohne eine sehr gute Baubegleitung noch weitere Schäden entstehen“. Der BI-Vorstand appelliert daher an alle Grundeigentümer und Pächter, zunächst beständig auf ein Betretungsverbot zu bestehen. Erhielten sie dann einen Bescheid zur Duldung, sollte sie die Dokumentation der Schäden durch einen Gutachter einfordern. (sff)

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