Hessisch Lichtenau, Großalmerode und Waldkappel kooperieren mit der Polizei

Kompass-Region: Wie Teile des Werra-Meißner-Kreises sicherer werden

Der nordhessische Polizeipräsident Konrad Stelzenbach, von links, überreicht den Bürgermeistern Michael Heußner, Frank Koch und Finn Thomsen das Kompass-Begrüßungsschild.
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Der nordhessische Polizeipräsident Konrad Stelzenbach, von links, überreicht den Bürgermeistern Michael Heußner, Frank Koch und Finn Thomsen das Kompass-Begrüßungsschild.

Hessisch Lichtenau/Großalmerode/Waldkappel – Ob ein dunkler Platz, an dem sich die Bürger unwohl fühlen, eine Straße, an der grundsätzlich falsch geparkt und damit der Verkehr behindert wird, oder illegal entsorgter Müll: Das Programm Kompass will all dem entgegenwirken und die Städte Hessisch Lichtenau, Großalmerode und Waldkappel machen mit.

Die Polizei soll Kooperationspartner der Verwaltung sein, die Bürger mit ins Boot geholt werden, wenn es darum geht, die tatsächlichen Bedarfe in der Bevölkerung zu ermitteln. Wo fühlen sich die Menschen unwohl? Welche Gründe dafür gibt es? Und vor allem: Was kann man dagegen tun?

Eine enge Zusammenarbeit zwischen Bürgern, Polizei und Kommune soll darauf Antworten geben. Darum wurde 2019 Kompass ins Leben gerufen. Kompass ist die Abkürzung für „Kommunalprogramm Sicherheits-Siegel“ und ein Angebot des Hessischen Innenministeriums an die Städte und Gemeinden in Hessen.

Als erster Verbund in Hessen haben sich die Städte Waldkappel, Hessisch Lichtenau und Großalmerode zusammengetan und nehmen gemeinsam an dem Projekt Kompass teil.

Der nordhessische Polizeipräsident Konrad Stelzenbach besuchte in der vergangenen Woche Hessisch Lichtenau und überreichte dort den verantwortlichen Bürgermeistern, Michael Heußner aus Hessisch Lichtenau, Finn Thomsen aus Großalmerode und Frank Koch aus Waldkappel, ein Kompass-Begrüßungsschild.

„Viele denken gleich an Kriminalitätsstatistiken und Straftaten, wenn es um eine Kooperation mit der Polizei geht, aber Prävention ist viel mehr“, so Konrad Stelzenbach. Vier von fünf Bürgern würden sich laut einer Befragung im Werra-Meißner-Kreis sicher fühlen, sagt er. „Aber das reicht uns nicht.“ Kompass soll das Sicherheitsgefühl weiter stärken. Die Maßnahme wird von der Universität Gießen wissenschaftlich begleitet.

„Von der Kriminalstatistik her haben wir in Großalmerode eine sehr geringe Kriminalität“, sagt Finn Thomsen. Dies werde auch regelmäßig von Bürgern gelobt, die aus Ballungsgebieten in die Tonstadt ziehen. „Auf dieser Stärke möchten wir uns jedoch nicht ausruhen, sondern dafür Sorgen, dass es auch in Zukunft so bleibt“, so der Bürgermeister weiter.

Dabei spiele auch das subjektive Sicherheitsempfinden eines jeden Einzelnen eine Rolle.

Darum soll es zeitnah in allen drei Städten als ersten Schritt eine Bürgerbefragung geben. Die sich daraus ergebenden Wahrnehmungen der Bevölkerung sollen bei der im zweiten Schritt folgenden Sicherheitskonferenz in Zusammenarbeit mit der Polizei besprochen werden, um gemeinsam sinnvolle Lösungen zu finden. Das können schon Kleinigkeiten sein, sagt Polizeihauptkommissar Reiner Lingner. Beispielsweise das Anbringen einer Lampe oder einer Videoüberwachung, um so das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu erhöhen.

Es soll künftig regelmäßige Treffen zwischen Verwaltung und Polizei geben und die Möglichkeit für Bürger, ihre Anliegen immer aktuell vorzutragen. „Wir wollen alle näher zusammenrücken“, so Lingner.

Gemeinsam haben die drei Städte, die schon länger auf verschiedenen Ebenen interkommunal zusammenarbeiten, eine Kompass-Beauftragte bestimmt: Kriminaloberkommissarin Antje Stahl. Sie wird für die Bürger Ansprechpartnerin und gleichzeitig Bindeglied zwischen Bürgern, Stadtverwaltung und Polizei sein. (von Wiebke Huck)

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