Soldaten machen Abstriche für Corona-Schnelltests

Bundeswehr unterstützt Geriatrie-Zentrum Rhenanus in Bad Sooden-Allendorf

Corona-Schnelltest: Mitarbeiter Mathias Vonderlind (von links) und die Soldaten Dominik Bär und Thomas Deisling beim Abnehmen eines Nasen-Abstrichs
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Corona-Schnelltest: Mitarbeiter Mathias Vonderlind (von links) und die Soldaten Dominik Bär und Thomas Deisling beim Abnehmen eines Nasen-Abstrichs

„Das verschafft uns schon eine große Erleichterung und gibt uns mehr Zeit für unsere originären Aufgaben“, sind sich Helena Klässig und Romina Elsner einig. Die Chefin des Badestädter Geriatrie-Zentrums Rhenanus und ihre Pflegedienstleiterin sind dankbar für die Hilfe, die sie in dieser schwierigen Zeit von der Bundeswehr erhalten.

Bad Sooden-Allendorf – Seit gestern und noch bis zum 24. Februar sind im Geriatrie-Zentrum Rhenanus Soldaten an der Corona-Front und nehmen bei Personal und Besuchern Schnelltests vor, um eine mögliche Infektion mit dem gefährlichen Virus zu erkennen.

Abkommandiert in die Kurstadt sind Dominik Bär (23) und Thomas Deisling (20), die zum 1. Jägerbataillon in Schwarzenborn gehören. Für die Dauer ihres zivilen Einsatzes übernachten die Zeitsoldaten, die sich jeweils für zwölf Jahre beim Militär verpflichtet haben, in einem Hotel in Eschwege.

Im Eingangsbereich des Alten- und Pflegeheimes werden bei jedem Ankömmling die Körpertemperatur gemessen und ein Nasenabstrich vorgenommen. An Werktagen geschieht das zwischen 9 und 17 Uhr, samstags und sonntags zwischen 12 und 18 Uhr. Zweimal pro Woche unterziehen die Soldaten auch sämtliche Mitarbeiter diesem Test, der seit dem 23. Januar zum Pflichtprogramm gehört, aber schon seit Mitte Dezember Usus ist.

Dafür hat das Haus eigenes Personal ausgebildet, insgesamt 23 Kräfte, die einmal pro Woche auch sämtliche aktuell 126 Bewohner testen, im Verdachtsfall auch mehrmals oder sogar täglich.

Bis heute sei noch kein einziger Besucher positiv auf das Corona-Virus getestet worden, ziehen Helena Klässig und Romina Elsner eine positive Zwischenbilanz, die für die Heimbewohner und Beschäftigten mit sechs beziehungsweise drei Infektionsfällen nicht so günstig ausfalle. Aufgetreten seien sie im April vergangenen Jahres. Aber alle Betroffenen hätten damals überlebt. Weniger Glück hatte ein 63-Jähriger, der nach einem positiven Test zunächst streng isoliert wurde, dann ins Krankenhaus kam, aber vor kurzem verstorben ist. Durch andere Krankheiten sei er „extrem vorbelastet“ gewesen.

Den Schnelltests durch die Soldaten war am Mittwoch eine große Impfaktion im Geriatrie-Zentrum vorausgegangen. Vier Teams des Impfzentrums Eschwege – drei Ärzte und 13 Sanitäter des DRK – verabreichten fast sämtlichen Bewohnern des Hauses die ersehnte Spritze: „Die Erleichterung“, so Klässig , „war groß“. Nur drei der 126 Bewohner im Alter zwischen 65 und 95 Jahren hätten aus Furcht vor Nebenwirkungen oder Spätfolgen auf den Piks verzichtet.

Aus den gleichen Gründen weniger impfwillig hätten sich die Beschäftigten mit einer Quote von nur gut 50 Prozent gezeigt, obwohl es als Belohnung für die Impfbereitschaft immerhin eine Flasche Eierlikör gab. (Chris Cortis)

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