Plexiglas und Mundschutz

Corona-Krise: So wollen Taxiunternehmen Risikopatienten besser schützen

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Eine Plexiglasscheibe trennt bei Minicar Koch nun Fahrer und Fahrgast: Marcus Wettels und Inhaber Christopher Koch (rechts).

Corona im Werra-Meißner-Kreis: Taxiunternehmen lassen Plexiglasscheiben einbauen um Risikopatienten zu schützen. Wir haben nachgefragt, welche Vorkehrungen sie noch treffen. 

  • Das Coronavirus breitet sich im Werra-Meißner-Kreis aus.
  • Taxiunternehmen wollen Risikopatienten nun besser schützen.
  • Verschiedene Sicherheitsmaßnahmen werden ergriffen.

Werra-Meißner – Plexiglasscheiben hat das Großalmeröder Unternehmen Minicar Koch in sechs seiner zehn Fahrzeuge einbauen lassen. Sie trennen den rückwärtigen Bereich ab. Das soll Patienten vor einer Corona-Infektion schützen.

Atemschutzmasken, Handschuhe und häufiges Desinfizieren der Fahrzeuge: Taxiunternehmen im Werra-Meißner-Kreis bemühen sich in Corona-Zeiten noch mehr als sonst um die Sicherheit insbesondere der Krebs- und Dialysepatienten. Diese sitzen nun auf dem Weg zur Behandlung in der Regel auf der Rückbank.

Schutz vor Corona im Werra-Meißner-Kreis: Plexiglasscheibe im Taxi

Noch einen Schritt weiter ist Christopher Koch gegangen, dessen Betrieb fast ausschließlich Krankentransporte durchführt. Er hat sich vom Großalmeröder Tischlermeister Marius Möller Scheiben in sechs Fahrzeuge einbauen lassen. Zwei davon können auch Rollstuhlfahrer transportieren.

„Mein Vater ist lungenkrank und lebt derzeit vollkommen zurückgezogen“, berichtet Koch. Das habe ihn für die Ängste von Patienten sensibilisiert.  Insbesondere Krebspatienten seien aufgrund ihres stark geschwächten Immunsystems während der Corona-Pandemie „sehr vorsichtig“. Sie seien die Ersten im Ort mit Atemschutzmasken gewesen. 

Sein zehnköpfiges Team habe früh reagiert und selbst Masken aufgesetzt, auch wenn sie deshalb immer noch von Bürgern schräg angeschaut werden.

Schutz vor Corona: Taxi wird nach jedem Kunden desinfiziert

Von „komischen Blicken“ wegen des Mundschutzes weiß auch Andrea Heer, die Chefin vom Großalmeröder Unternehmen Mini-Car Heer, zu berichten. Ihre Fahrzeuge würden derzeit – wie die von Koch – nach jeder Patientenfahrt desinfiziert. 

Im Februar habe sie ihre Jahreslieferung an Desinfektionsmitteln erhalten. Der Vorrat werde unter den gegenwärtigen Bedingungen „in zwei, drei Monaten“ aufgebracht sein. Erhöhte Aufmerksamkeit genießt die Hygiene auch bei den Taxibetrieben Fulya Tatli in Witzenhausen und Emil Steinfeld in Bad Sooden-Allendorf.

Alle vier Firmen berichten von deutlich zurückgegangenen Umsätzen. Die Krankenhäuser haben nicht zwingend notwendige Behandlungen abgesetzt. Die Transporte von Kindergarten- und Schulkindern sind wegen der Corona-Krise zum Erliegen gekommen. 

Das Wochenendgeschäft ist mit dem Erlass des Feierverbots vorbei. „Bisher haben wir bis morgens um 4 Uhr gearbeitet, nun ist um 22 Uhr Schluss“, sagt Steinfeld-Disponent Uwe Hendrich. Kein Urlauber will mehr zum Flughafen oder zu den Sammelplätzen der Busreiseunternehmen gebracht werden.

Corona im Werra-Meißner-Kreis: Taxifahrer müssen in Kurzarbeit

Heer aus Großalmerode (Werra-Meißner-Kreis) hat ihre drei Vollzeit- und vier Teilzeitkräfte in Kurzarbeit geschickt. Nur ein Mitarbeiter hilft ihr derzeit noch bei Nachtfahrten. 

Auch die Witzenhäuserin Tatli, die 18 Mitarbeiter, darunter Teilzeitkräfte und Aushilfen beschäftigt, setzt zum Teil auf Kurzarbeit. „Wir haben bisher noch vergleichsweise gutzutun gehabt, weil wir Patienten der Reha-Kliniken quer durch Deutschland nach Hause fahren“, erzählt Disponent Hendrich. 

Der April werde jedoch auch für sie „hart“, weil die Kliniken nun niemanden mehr aufnehmen würden. Sein Betrieb, der von Kevin Kozubiak geführt werde, beschäftige neun Festangestellte und drei Aushilfen.

Corona im Werra-Meißner-Kreis: So verringern Sie das Infektionsrisiko am Fahrrad und im Auto

Fahrrad, Pedelec und Auto gehören zu den Verkehrsmitteln mit der geringsten Infektionsgefahr. Werden sie jedoch während der Corona-Pandemie von mehreren Personen benutzt, so rät der Allgemeine Deutsche Automobil-Club zu besonderen Hygienemaßnahmen. 

Zum Reinigen, so der ADAC, lässt sich anstelle der vielfach ausverkauften Desinfektionsmittel auch eine Lauge aus milder Seife oder Spülmittel ohne aggressive Zusätze wie Alkohol oder Bleiche verwenden. Sie wird mit einem sauberen Tuch auf alle Flächen aufgetragen, die angefasst und beim Husten und Niesen mit Tröpfchen benetzt wurden, und nach kurzem Einwirken wieder abgewischt. 

Corona: Auto richtig säubern - So geht es

ImAuto sind Lenkrad, Schalthebel, Sonnenblenden, Armaturenbrett, Bildschirme und die Bedienelemente vom Navigationsgerät, Radio, Klimaanlage und alle weiteren Schalter wie Blinker oder Scheibenwischer regelmäßig zu säubern – außerdem die Türgriffe innen und außen, Tankklappe und Kofferraumgriffe. 

AnRad und Pedelec sind Griffe, Bremsgriffe, die Hebel der Gangschaltung und das Schloss zu reinigen, beim Pedelec zusätzlich auch der – auf Feuchtigkeit empfindlich reagierende – Bordcomputer und die Bedieneinheit.

Von Michael Caspar

In Kassel stecke die Taxi-Fahrer in Corona-Zeiten in der Krise, berichtet hna.de*. Wegen der Pandemie bleiben die Fahrgäste aus.

Lesen Sie alle News zum Coronavirus im Werra-Meißner-Kreis in unserem Ticker.

*hna.de und werra-rundschau.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnezwerks

Quelle: HNA

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