St. Crucis: Loch in der Kirchenwand

Arbeiten an der Kirchenwand: (von links) Günther Steinfeld, Küster Eduard Ferderer, Gerhard Rademacher, Fred Klingler, Werner Voss und Walter Bremser - es fehlen Jürgen Meyer und Heribert Friese – bilden die Gruppe, die ehrenamtliche Arbeiten für die Winterkirche erbringen. Jetzt haben sie den Eingang herausgebrochen. Foto: Forbert

Bad Sooden-Allendorf. „Aufbruchstimmung“ meint Pfarrer Hubertus Spill so richtig in dieser Woche zu spüren. In der Tat geht es mit dem Projekt Winterkirche, die im westlichen Teil des St.-Crucis-Gotteshauses in Allendorf geschaffen werden soll, jetzt so richtig los.

Und Aufbruchstimmung kann sogar wörtlich genommen werden, denn die wohl ein Meter dicke Kirchenwand ist an ihrer Südseite durchbrochen worden. Wohl schon vor dem 30-jährigen Krieg war an dieser Stelle ein alter Durchgang zugemauert worden - zum großen Teil mit Steinen, die einst die Mittelpfeiler im Kirchenschiff bildeten.

Mit diesen Brocken haben die schwer engagierten Kirchenvorstandsmitglied und weiteren Mitstreiter noch etwas Besonderes vor.

Zunächst aber galt es, die Wacker aus der Wand zu hämmern und zu stemmen. Nach wenigen Stunden schon war am Dienstag das erste Loch in den Innenraum geschaffen. Am Mittwoch dann wurde der künftige zweite Südeingang gänzlich freigeräumt.

Er soll barrierefrei den Zugang zur Winterkirche beziehungsweise von innen zum Kirch- und Bibelgarten ermöglichen. Vor zehn Jahren war bereits ein paar Meter weiter östlich die Wand durchbrochen und ein direkter Ausgang zum Friedhof geschaffen worden.

Seither wird auch das Projekt Winterkirche verfolgt, die intensive Planung begann vor zweieinhalb Jahren. Seit vier Wochen ist die Arbeitsgruppe bald täglich sechs Stunden und mehr damit beschäftigt. Sie hat den Bereich für die Winterkirche ausgeräumt, Putz abgestemmt, Bodenfliesen - von 1875 - abgenommen und Schutzfolien aufgehängt. Beim Versetzen der schweren hölzernen Kirchenbänke spannten die eifrigen Rentner gleich noch eine Reisegruppe aus Dänemark ein, als die einen Blick ins Gotteshaus warfen.

Pfarrer Spill ist richtig stolz auf „seine“ Ehrenamtlichen. „Das ist unser großes Pfund, mit dem wir wuchern konnten“, sagt er. Und meint damit das Bemühen um Unterstützung durch die Landeskirche für die Veränderungen in der St.-Crucis-Kirche. Die Arbeiten allein für die Winterkirche, die in ehrenamtlicher Anstrengung übernommen werden, beziffert Architekt Aloys Werner auf einen Wert von 8000 Euro. Er geht davon aus, dass die Winterkirche im November fertig ist. „Dann können wir sie passend zum Winter eröffnen“, freut sich Spill.

Und was geschieht nun mit den großen herausgebrochenen Steinen? „Die sind ja zu schade zum Wegwerfen“, sagt Gerhard Rademacher, der sich nebenbei um die Dokumentation der Arbeiten kümmert. Die behauenen Steine werden um den bereits auf dem Kirchplatz aufgestellten Steintisch drapiert und sollen das Abendmahl von Jesus mit den zwölf Jüngern darstellen.

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