Dem Metall auf der Spur

Müllwagen mit moderner Technik soll im Werra-Meißner-Kreis Bioabfall vorsortieren

Neue Technik: Auf dem Witzenhäuser Marktplatz stellten Marco Diegel (Betriebsleiter Entsorgungsfirma Fehr-Knettenbrech, von links), Bürgermeister Daniel Herz, Norbert Heinemann (Fachbereichsleiter Finanzen) sowie die Müllwerker Torsten Gergs und Markus Blum das neue Müllsammelfahrzeug vor.
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Neue Technik: Auf dem Witzenhäuser Marktplatz stellten Marco Diegel (Betriebsleiter Entsorgungsfirma Fehr-Knettenbrech, von links), Bürgermeister Daniel Herz, Norbert Heinemann (Fachbereichsleiter Finanzen) sowie die Müllwerker Torsten Gergs und Markus Blum das neue Müllsammelfahrzeug vor.

Immer wieder kommt es vor, dass es Menschen bei der Mülltrennung nicht ganz so genau nehmen. Dass kann gerade beim Biomüll zu Problemen führen. Ein neues Müllfahrzeug soll das in Witzenhausen verhindern.

Witzenhausen – Um Störstoffe aus Metall im Biomüll aufzuspüren, setzt die Entsorgungsfirma Fehr-Knettenbrech in Witzenhausen künftig auf moderne Technologie: Am Donnerstag wurde das erste damit ausgestattete Müllsammelfahrzeug auf dem Marktplatz vorgestellt.

Das neue, rund 250.000 Euro teure Fahrzeug verfügt an der Schütte über einen Scanner, der – ganz ähnlich wie die bekannten Geräte am Flughafen – die Biotonnen durchleuchtet, bevor sie geleert werden. Allein dieses System schlägt mit 80.000 Euro zu Buche. „Erkennt der Scanner Störstoffe aus Metall, ertönt ein lauter Signalton“, erklärte Marco Diegel, Betriebsleiter des Fehr-Knettenbach-Standortes in Meißner-Weidenhausen. Dabei gehe es nicht nur darum zu verhindern, dass große Metallteile wie Dosen oder Dosendeckel im Biomüll landen. „Das System erkennt auch kleine Verschlüsse, die bei der Sortierung auf der Deponie durchrutschen können und den aus dem Bioabfall gewonnenen Biokompost verunreinigen“, so Diegel. Sogar alte, beschriftete Plastiktüten, deren Aufdrucke Metall enthalten, würden von dem neuen System erkannt.

Wenn Metall in der Biotonne ist, bleibt sie künftig stehen

„Ab sofort werden wir in der Stadt Witzenhausen und in den dazugehörenden Ortschaften Biotonnen, die Störstoffe aus Metall enthalten, stehen lassen“, kündigte Marco Diegel an. Die betreffenden Tonnen würden dann zunächst mit einer „gelben Karte“ versehen. „Der Kunde hat dann die Möglichkeit, die Metallteile zu entfernen und beim nächsten Mal wird die Tonne dann wieder geleert“, so Diegel weiter. Bei wiederholtem Verstoß werde die Tonne dann allerdings nicht mehr geleert. Dann müssten die Betroffenen ihren Biomüll künftig in der Restmülltonne entsorgen.

„Ziel dieser Maßnahme ist nicht Bestrafung“, betonte Norbert Heinemann, Leiter des Fachbereichs Finanzen bei der Stadt Witzenhausen, in deren Auftrag die Entsorgungsfirma Fehr-Knettenbrech tätig ist. Es gehe vielmehr darum, Metallteile im Biomüll zu vermeiden und durch weniger Sortierung auf der Deponie letztlich auch Kosten einzusparen. Wie häufig metallene Störstoffe im Biomüll landen, zeigte der vor zwei Wochen begonnene Testlauf. „Ungefähr bei jeder fünften Tonne ertönte der Signalton“, sagte Müllwerker Markus Blum, der bereits mit dem neuen System arbeitet.

Und das, obwohl die Empfindlichkeit nicht scharf geschaltet wurde. „Wir werden die Empfindlichkeit auch erst nach und nach steigern, um den Menschen die Möglichkeit zu geben, sich an die neue Verfahrensweise zu gewöhnen“, kündigte Marco Diegel an. Und ab Anfang Juli werde diese dann im gesamten Kreis eingeführt. (Per Schröter)

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