Große Sorge vor allem um die Solequellen

Infoabend zu Südlink in Bad Sooden-Allendorf: 150 demonstrieren gegen die Trassenpläne 

Machten ihrem Unmut über die Südlink-Pläne Luft: Rund 150 Menschen demonstrierten am Dienstagabend in Bad Sooden-Allendorf.
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Machten ihrem Unmut über die Südlink-Pläne Luft: Rund 150 Menschen demonstrierten am Dienstagabend in Bad Sooden-Allendorf.

Bad Sooden-Allenodrf - Zu einer kurzfristig angesetzten Demonstration gegen den Verlauf der Stromtrasse Südlink sind am Dienstagabend rund 150 Menschen auf dem Marktplatz von Allendorf zusammengekommen.

Die Absicht, die Stromleitung Suedlink per Erdkabel von der Elbe gen Süden durch das untere Werratal zu legen, wird in Bad Sooden-Allendorf aus einem speziellen Grund – wenn auch nicht dem einzigen – sehr kritisch gesehen: Die Sole-Heilquellen im Untergrund könnten, wenn die Leitungen unterirdisch verlegt werden, ge- oder gar zerstört werden.

Wegen der wasserführenden Sandsteinschichten und tektonischen Verwerfungen im Werratal sei dies nicht auszuschließen – zumal der Plan zwölf Fluss-Unterquerungen vorsieht. Das gaben am Dienstagabend gleich mehrere Badestädter, darunter ehemalige Bürgermeister Ronald Gundlach, im Kulturzentrum in Sooden besorgt zu Bedenken. „Bad Sooden-Allendorf hängt am Wasser“, fasste es Landwirt Helmut Scharff zusammen.

„Wir haben schon den schmutzigsten Fluss Deutschlands“, artikulierte Stefan Heuckeroth-Hartmann während der spontanen Demo im Vorfeld der Informationsveranstaltung seinen Unmut über den Plan, Strom von der Nordsee durchs Werratal zu leiten. Vergangene Woche wurde bekannt, dass die Stromtrasse durch Neu-Eichenberg, Bad Sooden-Allendorf, Meißner, Eschwege, Wehretal und den Ringgau verlaufen könnte. Nach einer kurzen Kundgebung zogen alle Demonstranten nach Sooden, wo 600 Menschen an einer Info-Veranstaltung zur Trasse teilnahmen.

Stefan Heuckeroth-Hartmann. Da hat das Werratal "Pech gehabt"

Machten ihrem Unmut über die Südlink-Pläne Luft: Rund 150 Menschen demonstrierten am Dienstagabend in Bad Sooden-Allendorf.

Die Bürger – 600 füllten den großen Saal, manche standen sogar – hatten nach fast zwei Stunden die Möglichkeiten, Fragen zur Südlink-Trasse an die Vertreter des Stromnetzbetreibers Tennet zu stellen. Zuvor waren ihnen bei der vom Landkreis organisierten zweiten von insgesamt sieben vorgesehenen Info-Veranstaltung die Pläne der Tennet und deren Bewertung durch die Bürgerinitiative „Bürger mit Initiative“ vorgetragen worden. 

Dass die „Konfliktpotenziale“ genannten drohenden (Zer-)Störungen von aus verschiedensten Gründen schutzbedürftigen Bereichen sich im Werratal häuften, beschönigte Tennet-Vertreter Thomas Wagner nicht. Beim Vergleich der Trassen und in der Gesamtabwägung aber werde darauf keine Rücksicht genommen, da habe man im Werratal „halt Pech gehabt“, kommentierte Stefan Heuckeroth-Hartmann von der in Bad Sooden-Allendorf gerade entstehenden Bürgerinitiative gegen Suedlink verärgert.

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Fragen der Bürger machen die Sorgen deutlich

Von Sorgen geprägte Fragen betrafen die Nähe zu Wohnhäusern, die Haltbarkeit von Kabel und Leerrohren, ebenso die Auswirkungen von elektromagnetischer Strahlung auf die Gesundheit der Menschen. Auch direkt über der in 1,30 Meter Tiefe liegenden Leitung liegt der Wert laut Wagner weit unter dem Grenzwert für Gleichstrom. Wobei Oliver Radel von der Bürgerinitiative diesen als „merkwürdig hoch“ festgelegt erachtet.

Zu Bedenken der Landwirte bezüglich der Zerstörung der Bodenstruktur sagte Wagner: „Wir entschädigen auch Ertragsverlust“. Ebenso den Wertverlust von Immobilien, wie ein Hausbesitzer wissen wollte? „Da kann ich Ihnen nichts anbieten“, antwortete der Tennet-Mann. Für die Suche nach Ausgleichsflächen für die Eingriffe in die Landschaft hat die Tennet laut seiner Aussage noch keine Lösung. Ebenso nicht, wie man 30 Tonnen Kabel über nicht vorhandene Wege anliefern will, aber schon Ideen – beispielsweise den (Um-)Bau von Wegen. Hinweise gegen die Vorzugsvariante müssen nun erneut gemeldet werden.

Auch in Sontra fand bereits eine Informationsveranstaltung statt, die enttäuschte Bürger zurückließ.

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