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Der Natur auf der Spur: Grundschulkinder aus Bad Sooden-Allendorf erforschen das Leben im Wald

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Von: Christoph Cortis

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Informationen von kompetenter Seite: Revierförster Johannes Thomas erzählt der Gruppe von Klassenlehrerin Susanne Mark Wissenswertes über die Waldameise.
Informationen von kompetenter Seite: Revierförster Johannes Thomas erzählt der Gruppe von Klassenlehrerin Susanne Mark Wissenswertes über die Waldameise. © Chris Cortis

Auf die Spur der Natur haben sich 70 Kinder der Grundschule Am Brunnen vor dem Tore begeben und das Leben im Wald erforscht.

Bad Sooden-Allendorf – Ihr Hauptaugenmerk legten die Jungen und Mädchen im Alter von acht bis zehn Jahren am Donnerstag auf die Waldameise und überraschten Revierförster Johannes Thomas mit bemerkenswertem Wissen.

Der Waldtag findet regelmäßig einmal zu allen vier Jahreszeiten statt und setzt gleichzeitig einen Impuls für die Arbeit im Wald. Immerhin betreut die Grundschule schon seit 16 Jahren einen Schulwald.

Er war durch Aufforstung auf einer kahlen Fläche entstanden, nachdem der Sturm Kyrill einen größeren Fichtenbestand vernichtet hatte. Dort wachsen jetzt die robusteren Douglasien, die von den Dritt- und Viertklässlern gepflegt werden, so auch jetzt, indem die Kinder der Klassen 3 a, b, und c die Bäume von unerwünschtem Bewuchs frei geschnitten haben. Hilfestellung bei diesen Arbeiten leisteten die Forstwirtschaftsmeister Florian Böttner und Torsten Münch, abkommandiert vom Forstamt in Hessisch Lichtenau.

Kinder bauten Turm aus Zweigen und Ästen

Und damit das Spiel nicht zu kurz kommt, hatten die Kinder auch eine Geschicklichkeitsaufgabe zu lösen: Ohne Befestigungsmaterial errichteten sie überwiegend aus Zweigen und kleinen Ästen einen Turm, der so groß sein sollte, wie ihre Hände in die Höhe reichen. Die Vorgabe: Mindestens fünf Minuten lang sollte der Turm stehen bleiben, ohne dass er, etwa durch einen Windstoß, zum Einsturz gebracht würde.

Reihum klapperten die Klassen im Wechsel die drei Stationen ab und hörten zur Waldameise vieles, was sie schon wussten, etwa, dass das Staaten bildende Insekt das Zwanzigfache seines Gewichts stemmen kann und damit das stärkste Tier überhaupt ist. Bekannt war vielen Kindern auch, dass bis zu einer Million dieser Insekten ein Nest bevölkern, von dem nur der obere Teil als Ameisenhügel sichtbar ist. Der größte Lebensraum liegt bis zu zwei Meter tief im Erdreich.

Waldtag ist Teil des Sachunterrichts

Das Konzept für einen regelmäßigen Waldtag als Teil des Sachunterrichts hatte einst Marion Grone aus Witzenhausen mitgebracht, wo ihr Mann Holger Pflüger-Grone früher stellvertretender Forstamtsleiter gewesen ist. Heute ist er in Diensten von Hessens Umweltministerin Prisca Hinz.

Den mehrere Kilometer langen Weg von der Schule bis zu „ihrem“ Wald oberhalb von Lückertshof hatten die Kinder in knapp einer Stunde zu Fuß zurückgelegt. Auch mittags auf dem Rückweg zur Schule waren sie von ihren Pädagogen Susanne Mark, Marita Waßmann und Matthias Lange begleitet worden, welche die Eindrücke der Mädchen und Jungen im Unterricht noch vertiefen wollen.

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