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In Bad Sooden-Allendorf steht die Zukunft der Kur im Fokus

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Von: Stefan Forbert

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Drei Fahnen im Wind neben dem Eingang zum Kultur- und Kongresszentrum in Bad Sooden-Allendorf
Tagungsort: Den 18. Hessischen Kurtag richtet der Hessische Heilbäderverband im Kultur- und Kongresszentrum in Bad Sooden-Allendorf aus. © Chris Cortis

In ihrer mehr als 2000-jährigen Geschichte habe es das noch nicht gegeben: Die Kur wird zur definierten Marke. So jedenfalls stellen Vorsitzender Michael Köhler und Geschäftsführerin Almut Boller vom Hessisch Heilbäderverband (HHV) das Thema vor, um das sich der 18. Hessische Kurtag drehte. Er fand am Donnerstag im Kultur- und Kongresszentrum in Bad Sooden-Allendorf statt.

Bad Sooden-Allendorf – Am Folgetag schließt sich dort noch die Mitgliederversammlung an, an der Vertreter der 30 Heilbäder und Kurorte in Hessen teilnehmen.

Noch wird „Die Kur“ entwickelt und ausgestaltet Der Schritt, wie die Heilbäder und Kurorte in Hessen sich mithilfe dieser neuen Marke auf dem Markt präsentieren, bildete den Schwerpunkt der Referate, die beim 18. Kurtag zu hören waren. Unter dem Stichwort Kur-Struktur ging es unter anderem um das Konzept, um Perspektiven, neue Märkte und den sich verändernden Lebenswandel der Menschen. Am Ende soll die Kur als Angebot für ganzheitliche Gesundheit beworben werden. Dabei wird dann, wie Geschäftsführerin Boller beispielsweise anführte, aus dem klassischen Badearzt der Moderator und Mentor und der Therapeut wird zum Coach.

Die Entwicklung der Marke kommt den Kurorten gerade recht, da sich ihnen laut HHV-Vorsitzendem Michael Köhler durch das Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung quasi vor 25 Jahren durch die Seehofersche Gesundheitsreform genommene Chancen eröffnen. Seit bald einem Jahr sind die Krankenkassen verpflichtet, die früher „offene Badekur“ genannte ambulante Vorsorgemaßnahme zu bezahlen. Es genügt, sich diese wieder – wie früher – direkt vom Hausarzt verschreiben zu lassen.

Allerdings, so Köhler, müssten die Kassen ihre Leistungen deutlich erhöhen. 16 Euro Zuzahlung pro Tag für Übernachtung und Aufenthalt seien „viel viel zu wenig“. Der Vorsitzende drängt auf „mindestens 30 Euro plus“, 40 bis 50 Euro „wäre besser“. Schließlich sparten die Kassen unter dem Strich durch ihre Investition in diese Vorsorge, „um die Menschen solange wie möglich gesund zu halten“.

Noch befinden sich die Kurorte, so auch Bad Sooden-Allendorf, in der Vorbereitung, damit ihre Strukturen und Gesundheitsangebote – von der Reha-Klinik über den Physiotherapeuten bis zur Ferienwohnung – in einer digitalen Datenbank zu finden sind. Vorstellung ist, dass der Kurgast ein Rundumpaket vom gebuchten Hotelzimmer über den Vorstellungstermin beim Badearzt bis zu den ersten Anwendungsterminen bekommen kann.

Zudem nutzte der HHV den Kurtag, um erneut auf durch die Pandemie „existenzbedrohend“ gewordene Situation der Kurorte hinzuweisen. Neben weiterer und stärkerer finanzieller Unterstützung vom Land Hessen geht der Ruf auch nach einem mindestens zehn Millionen Euro schweren Investitionsprogramm konkret der Heilbäder mit Thermen, um die der Gesundheiterhaltung dienende Infrastruktur zu stärken und zu attraktiveren, da diese am stärksten durch die Corona-Folgen betroffen seien.

Die Modernisierung der Werratal-Therme in Bad Sooden-Allendorf, begrüßten aus Gastgeber des Kurtages Bürgermeister Frank Hix und Kurdirektor Jens Lüdecke diesen Vorstoß, sei auch erforderlich, ohne Hilfe aber nicht zu stemmen. (sff)

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