Ortsvorsteherin klagt gegen Sperrung der Straße zwischen Friedrichsbrück und Helsa

Ein Dorf zieht vor Gericht

Zu schnell unterwegs: Ein Muldenkipper ist am Mittwoch von der Straße abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Der Lkw-Fahrer soll sich laut Polizei nicht an das Tempolimit gehalten haben. Foto:  zss

Friedrichsbrück/Helsa. Die Friedrichsbrücker Ortsvorsteherin Ellen Ludwig hat am 16. September gegen die Vollsperrung der Landesstraße zwischen Friedrichsbrück und Helsa Klage beim Verwaltungsgericht in Kassel eingereicht. Gleichzeitig ist ein Eilverfahren beantragt worden, zu dem es in Kürze einen Erörterungstermin geben soll. Das bestätigte Gerichtssprecher Hardy Siedler auf Anfrage unserer Zeitung.

„Die Vollsperrung gilt zunächst bis zum 20. Dezember“, teilte Michael Conrad, Pressesprecher des Regierungspräsidiums (RP) in Kassel auf Anfrage mit. Allerdings entgegnet Horst Sinemus von Hessenmobil auf Anfrage, dass der anvisierte Termin nicht eingehalten werden könne und eine Verlängerung der Sperrung beim RP beantragt werde. „Um ihre Solidarität mit der Ortsvorsteherin zu dokumentieren, haben die Friedrichsbrücker spontan 740 Euro gesammelt“, sagt Heinrich Lämmert, Sprecher der Bürgergemeinschaft Friedrichsbrück und SPD-Stadtverordneter in Hessisch Lichtenau. Mit dem Geld solle das finanzielle Risiko für Ellen Ludwig so gering wie möglich gehalten werden. Bei einem positiven Urteil werde die Summe wieder an die Bürger ausgezahlt.

„Wir sind davon überzeugt, dass die Vollsperrung dazu dient, die Erdtransporte mit möglichst hoher Geschwindigkeit außerhalb des öffentlichen Verkehrs fahren zu lassen“, sagt Lämmert. Der jüngste Lkw-Unfall am Mittwochnachmittag habe diese Vermutung bestätigt (wir berichteten). Wenn die Straße nicht gesperrt wäre, und die Fahrer sich an die Regeln des öffentlichen Straßenverkehrs halten müssten, wäre dieser Unfall womöglich nicht passiert, vermutet Lämmert.

Die Friedrichsbrücker hatten bereits Mitte August Unterschriften gegen die Vollsperrung durch Hessenmobil gesammelt und beim RP in Kassel übergeben (wir berichteten). „Das RP aber will keine Stellungnahme zum laufenden Verfahren abgeben“, sagt Lämmert. Bislang sei nur der Eingang der vom Lichtenauer Parlament beschlossenen Resolution bestätigt worden. Lämmert hatte seiner Zeit errechnet, dass die Sperrung für eine dreiköpfige Familie bis zu 3250 Euro mehr pro Jahr kosten könne (wir berichteten).

Die Argumente von Hessenmobil, dass die Strecke besonders unfallträchtig und zu schmal für den Begegnungsverkehr sei, wollte die Bürgergemeinschaft Friedrichsbrück nicht hinnehmen. Sie schlug daher eine Einbahnstraßenregelung sowie eine Freigabe der Strecke von 19 bis 7 Uhr vor. Dadurch könnten sich auch die Spritkosten für die Pendler reduzieren.

Von Alia Shuhaiber

Lkw-Unfall zwischen Helsa und Friedrichsbrück

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