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Edelgemüse auf acht Hektar

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Von: Christoph Cortis

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Tobias Klenke mit den Spargelwurzeln, die demnächst in die Erde kommen.
Tobias Klenke mit den Spargelwurzeln, die demnächst in die Erde kommen. © Chris Cortis

Bad Sooden-Allendorf – Seine aktuell sechs Hektar große Anbaufläche für Spargel erweitert der Bio-Landwirt Tobias Klenke, der in zweiter Generation seinen Aussiedlerhof zwischen Bad Sooden-Allendorf und dem Stadtteil Kleinvach betreibt.

Während auf den Feldern unterhalb von Schloss Rothestein die Ernte des Edelgemüses bereits begonnen hat, wird er, sobald es das Wetter in den nächsten Tagen zulässt, weitere 20 000 Quadratmeter mit dem ebenso köstlichen wie kostbaren Gemüse bestücken.

Dafür hat er sich 30 000 Spargelkronen kommen lassen, wie die Wurzeln im Fachjargon genannt werden. Kleinere Stangen können schon im nächsten Jahr gestochen werden. Seine volle Stärke erreiche der Spargel dann im dritten und vierten Jahr, so der 47-Jährige bei einem Besuch unserer Zeitung vor Ort.

Noch früh in der Saison, ist unterdessen die Ernte gemächlich angelaufen. Fünf gestandene Männer hat Klenke als Arbeitskräfte angeheuert. Die Rumänen sind ihm über Kontakte in den Raum Hannover vermittelt worden, wo die Arbeitsbedingungen „katastrophal“ gewesen sein sollen, so Klenke mit Blick auf Bezahlung und Unterkunft.

Alle rumänischen Erntehelfer sind mit der Bezahlung und der Unterkunft zufrieden

In der Saisonspitze Mitte bis Ende Mai werde das fünfköpfige Team durch weitere neun Landsleute verstärkt. Sechs Erntehelfer würden direkt auf dem Hof untergebracht, die anderen in zwei Ferienwohnungen, die der Landwirt in Sooden schon als Mieter reserviert hat. Für die Vollverpflegung sorgt Ehefrau Elzbieta.

Als Mitglied im Naturland-Anbauverband hat Klenke seinen Hof vor sechs Jahren als Biobetrieb zertifizieren lassen. Das bedeutet nach seinen Worten auch, dass er sich einer strengen Kontrolle unterwirft, was Unterbringung und Bezahlung seiner Arbeitskräfte betrifft. „Alle sind zufrieden“, sagt er nicht ohne Stolz.

Und auch das freut den Bio-Landwirt: Weil er „völlig ohne Chemie“ arbeite, benötige er auch keine Pflanzenschutz- und Düngemittel und sei bei den galoppierenden Preisen unabhängig von Turbulenzen auf dem Weltmarkt, wie sie aktuell wegen des Krieges in der Ukraine zu beobachten seien.

Einen Wermutstropen gibt es für Familien Klenke trotz der ganzen Freude allerdings auch: Das Landcafé in unmittelbarer Nachbarschaft zum Hof ist ab sofort geschlossen. Vor 20 Jahren eröffnet, war die Gaststube gerade zur Spargelsaison ein beliebter Anlaufpunkt für Feinschmecker. „Es wurde einfach zuviel“, sagt Klenke unter Hinweis darauf, dass seine Frau seit vier Jahren wöchentlich fünf Tage in der Küche steht, um in der Badestadt den evangelischen Kindergarten, die Grundschule und den Hort mit einem warmen Mittagessen zu beliefern.

Sieben Tage in der Woche geöffnet bleibe allerdings der Hofladen, werktags zwischen 9 und 18, sonntags von 9 bis 12 Uhr.

Und wer nicht unbedingt auf Spargel steht, kann bei Klenkes auch auf andere leibliche Genüsse zurückgreifen: Frisch vom Hof gibt’s auch Erdbeeren, Äpfel und Kartoffeln, angebaut auf einer Fläche von mehr als sieben Hektar.

Von Chris Cortis

Die Spargelernte hat begonnen: der rumänische Erntehelfer Florin Cinar sticht das Edelgemüse auf einem der Felder bei Kleinvach.
Die Spargelernte hat begonnen: der rumänische Erntehelfer Florin Cinar sticht das Edelgemüse auf einem der Felder bei Kleinvach. © Chris Cortis

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