Melanie und Lars Vogelei aus Ermschwerd haben die Tierschutzorganisation White Paw gegründet

Eine Chance für Ungewollte

Zufrieden im neuen Zuhause: Tori (von links) und Reschulia aus der Ukraine mit Melanie und Lars Vogelei sowie Zwingerhund Pascha, der noch nach einem neuen Zuhause sucht. Foto:  Shuhaiber

Ermschwerd. Die kleine Lucy hat in ihrem kurzen Leben schon viel Leid ertragen. Lucy ist eine polnische Hauskatze, die von ihrem früheren Besitzer sexuell missbraucht wurde. Seitdem ist die etwa drei Jahre alte Katze inkontinent, ein Leiden, das eine Vermittlung so gut wie unmöglich macht. Heute lebt der kleine Stubentiger mit vier weiteren Katzen und vier Hunden bei Melanie und Lars Vogelei in Ermschwerd.

Alle Tiere, die von Melanie und Lars Vogelei zu Hause aufgenommen wurden, haben eine schreckliche Vorgeschichte. So auch die schwarze Mischlingshündin Tori. Sie ist im Jahr 2012 auf der Flucht vor ukrainischen Hundefängern von einem Zug erfasst worden. Dabei verlor die trächtige Hündin ihre Welpen und zwei Pfoten. Doch Tori scheint gut mit ihrer Behinderung zurecht zu kommen.

Um ihren Beitrag zu leisten, haben die Tierschützer White Paw gegründet. Der Verein gibt Tieren eine Chance, die niemand mehr haben möchte. „Wir vermitteln alte, kranke und Schicksalstiere“, erklärt Melanie Vogelei. Zu ihren Projekten gehöre auch die Unterstützung zweier Tierheime in Polen und der Ukraine.Aber auch zwei Gnadenhöfe in Deutschland würden von White Paw unterstützt.

Hilfe zur Selbsthilfe

Dabei ist es ihnen wichtig, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten: „Wir unterstützen die Tierheime bei der Öffentlichkeitsarbeit, um die Menschen vor Ort aufzuklären, für den Tierschutz zu sensibilisieren und somit die Tiere innerhalb des Landes zu vermitteln“, sagt die 39-Jährige. Angefangen habe ihre Arbeit vor rund fünf Jahren. Damals sammelten sie als lose Organisation Sachspenden, bevor sie im Juni 2012 White Paw gründeten. Nach gut einem Jahr zählt der Verein 46 feste Mitglieder und rund 400 Unterstützer. Und nun suchen sie noch Mitstreiter, die Lust haben, sich ehrenamtlich im Tierschutz zu engagieren. Neben Sponsoren für Sachspendentransporte, werde auch dringend Geld benötigt, um das Tierheim in der Ukraine fertig zu bauen, bevor der Winter kommt. Die Einrichtung beherberge 800 Tiere, die von zwei 70-jährigen Frauen betreut würden und dringend Hilfe benötigten. „Leider können wir keine Sachspenden in die Ukraine liefern, weil das Land nicht zur EU gehört“, erklärt Melanie Vogelei. In Polen sei das kein Problem.

Transparenz sei ihnen besonders wichtig: Wir verwenden die Spenden ausschließlich für die Projekte und können mit Fotos und Videos belegen, was mit dem Geld gemacht wurde“, sagen die beiden.

Derzeit suchen die Vogeleis nach einem Platz für sieben Kälber, die sie vor dem Schlachthof gerettet haben: „Wir werden die Haltungskosten mithilfe von Patenschaften übernehmen“, erklären die beiden.

Von Alia Shuhaiber

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