Witzenhäuser Feuerwehrleute sind zum Innovationspreis nach Berlin eingeladen

Erfindung hilft im Einsatz

Die Patentanmeldung läuft: Mit der selbst gebauten Halterung können Markus Gundlach (links) und Tim Hartmann den Lüfter ganz einfach an einer Leiter aufhängen. Foto: Schwekendiek

Witzenhausen. Immer wieder war es das gleiche Problem: Wenn die Witzenhäuser Feuerwehrleute einen verrauchten Raum oder ein Treppenhaus entlüften wollten, brauchten sie bis zu 15 Minuten, um den Lüfter zu positionieren. „Der Hersteller empfiehlt, das Gerät mit einem Seil an den Stufen einer Leiter festzuschnüren“, sagt Tim Hartmann.

Das geht auch einfacher, dachte sich der Feuerwehrmann und entwickelte zusammen mit seinem Kameraden Markus Gundlach eine spezielle Halterung. „Eine Stunde hat es gedauert, dann war sie fertig“, erinnert sich Gundlach, der gelernter Metallbauer ist. Sie zeichneten einen Plan und verschweißten mehrere Stahlelemente.

Zeitraubende Arbeit

Normalerweise sind drei Feuerwehrleute mit dem Aufhängen des Lüfters beschäftigt – in dieser Zeit können sie ihre Kameraden im Einsatz nicht unterstützen. Dazu kostet es viel Kraft, den 20 Kilogramm schweren Lüfter die ganze Zeit hochzuhalten.

„Wenn es ebenerdig ist, kann man den Lüfter einfach auf den Boden stellen“, erklärt Hartmann. Wenn die Feuerwehrleute aber von außen durch ein Fenster oder über Treppenstufen hinweg belüften wollen, müssen sie den Lüfter aufhängen. Im Mai 2012 setzten sie ihre Halterung bei einem Brand in Marzhausen zum ersten Mal ein – mit großem Erfolg.

„Die Kameraden waren begeistert“, sagt Markus Gundlach. Schließlich erspart die neue Halterung den Feuerwehrleuten viel Zeit und Kraft. „Eine unglaubliche Arbeitserleichterung“, finden beide. So sehr, dass sie für ihre Erfindung Patent angemeldet haben.

Der Deutsche Feuerwehrverband sieht das ähnlich und hat die beiden zur Verleihung des Preises für innovative Feuerwehren, IF Star, nach Berlin eingeladen. Am 13. und 14. September werden sie ihre Erfindung auf einem Kongress vorstellen und erfahren, welchen Platz sie unter den zehn Besten belegen.

Für den Einsatz freigegeben

Ihren Prototyp haben die beiden inzwischen schon überarbeitet – mit leichterem Material. Stadtbrandinspektor Hans-Heinz Staude hat die Innovation begutachtet und für den Einsatz freigegeben. Schon mehrfach wurde sie gebraucht.

Ob die beiden nach der Patentanmeldung und der Freigabe durch den Prüfdienst in die Massenproduktion einsteigen, ist noch unklar. „Das kommt auf die Nachfrage an“, sagt Gundlach und berichtet stolz: „Zwei Feuerwehren in der Umgebung haben schon Interesse angemeldet.“

Von Julia Schwekendiek

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare