Erntefest: Die Bürger sind der Motor

Darf nicht fehlen. Triolett ist beim Erntefest Bad Sooden-Allendorf ein Muss – hier tanzt ihn bei der Eröffnung auf dem Marktplatz die Tanzgruppe der TSG. Zwei Fotos: Cortis

Bad Sooden-Allendorf. Bei aller Arbeit, die der Festausschuss Jahr für Jahr ehrenamtlich verrichte, der Motor des Erntedank- und Heimatfestes aber seien die Allendorfer Bürger. „Danke, dass es Euch gibt.“ Dies sagte Festausschussvorsitzender Stefan Lauer am Samstagnachmittag zur Eröffnung des „weltbesten Heimatfestes“, wie es zuvor Bürgermeister Frank Hix formuliert hatte. Tosender Applaus von mehreren hundert Menschen war ihnen gewiss.

Doch nicht nur Lob, auch Tadel gab es. In seiner von ihm selbst so bezeichneten „Wutrede“ ging Lauer scharf ins Gericht mit jenen Kritikern, die im Internet anonym das gesamte Fest infrage gestellt hatten, weil es dem Ausschuss dieses Jahr nicht gelungen sei, das Tannentor auf der Werrabrücke aufzustellen. Diese Kritik sei völlig fehl am Platze, zumal die Gründe für den Verzicht auf das Tor allgemein bekannt seien. „Wir arbeiten daran, den Anti-Erntefestlern den Giftzahn zu ziehen“, erregte sich Lauer und setzte noch einen drauf.

Die Erntefest-Nörgler sollten doch bitteschön „dort bleiben, wo der Spanisch-Fricco-Pfeffer wächst“. Damit zielte Lauer auch auf jene namentlich nicht genannten Kritiker, die das Gerücht in die Welt gesetzt hatten, die Stadt finanziere mit zigtausend Euro das Erntefest. „Eine glatte Lüge“, so Lauer. Das Erntefest lebe von seinen vielen ehrenamtlichen Helfern und dem Enthusiasmus der Bevölkerung, „die uns Antrieb genug ist“.

In der „schönsten Stadt weit und breit“ hätten sich die Bürger das Erntefest in ganz besonderer Weise verdient, unterstrich Bürgermeister Frank Hix. Damit sprach er die zum Teil tiefgreifenden Einschnitte ein, die die Bürger aufgrund des konsequenten Sparkurses der Stadt zu tragen hätten, aber auch bereit seien zu tragen. Ihnen gebühre der Dank für die Einsicht, dass es bei der Verschuldung der Stadt mit einem „weiter so“ eben nicht gehe.

„Wir sind eine einzigartige Stadt mit außergewöhnlichen Menschen“, stellte Hix auch einen direkten Zusammenhang mit dem Erntefest her, das von dem Zusammenhalt der Bürger geprägt sei.

Eingebettet war die Eröffnungsfeier in einen volkstümlichen Nachmittag mit Musik, Tanz und Gesang. Charmant führte Gabi Sorbe durch das unterhaltsame Programm. Die umjubelten Stars des Nachmittags waren die Spielleute der Freiwilligen Feuerwehr, die unter der Leitung von Martin Heldmann eine perfekte Performance hinlegten.

Am Abend standen dann unter anderem der Fackelzug und der große Zapfenstreich auf dem Programm, bevor es zum Tanz ins Zelt ging.

Überwältigend war wieder der große Festumzug am Sonntag, bei dem Tausende die Straßen säumten. Einziger Wermutstropfen war der Regen, der die meiste Zeit mal mehr, mal weniger, vom Himmel fiel. Davon ließen sich die Badestädter ihre Laune aber nicht verderben.

Erntedank- und Heimatfest Bad Sooden-Allendorf

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