Positive Erntebilanz für Grünfutter, Raps, Mais und Zuckerrübe

Prüften die Qualität des Winterweizens auf dem Hof Theune: Frank Theune (von links), Ferdinand Theune, Präsident Friedhelm Schneider vom hessischen Bauernverband, Kreisbauernverbands-Chef Horst Kupski, Karl-Friedrich Theune, Gerhard Müller-Lang vom Fachbereich Landwirtschaft des Werra-Meißner-Kreises und Franziska Wollandt vom Kreisbauernverband. Foto: Forbert

Ellingerode. „Die Getreideernte beschäftigt uns noch erheblich." Was Vorsitzender Horst Kupski vom Kreisbauernverband stellvertretend für die Landwirte im Werra-Meißner-Kreis sagt, trifft auch auf den Hof von Frank Theune und seinen Sohn Karl-Friedrich im Witzenhäuser Stadtteil Ellingerode zu.

39 der 85 Hektar Winterweizen standen am Dienstag noch. Die Hälfte Getreide ist im durchschnittlich im Werra-Meißner-Kreis bereits gedroschen, die andere steht noch. Und die Arbeit der Trocknungsanlagen, um das durch den ständigen Regen zu nasse Korn nachzutrocken, laufen auf Hochtouren. Sie kommen mit der Arbeit nicht ganz nach, da die Kapazität der Mähdrescher höher ist als die Anlagen.

Noch gibt es Hoffnung bei den Bauern, dass die nächsten Tage trocken bleiben und mit Hochdruck die Ernte weiter eingefahren werden kann. Und die derzeit gute Qualität des Korns leide erst, „wenn die Keime in Stimmung kommen.“ So sehen es auch Theunes positiv: „Immerhin gab es hier kein Unwetter.“ Das sei im benachbarten Thüringen ganz anders gewesen, da seien Teile der Ernte heftig verhagelt worden.

Auch sonst hört sich die Beurteilung die bisherigen Ernte in diesem Jahr zufrieden an: Verbandsvorsitzender Kupski bezeichnet die Erträge und Ölgehalte beim Raps als gut. Beim Grünland seien drei statt der üblichen zwei Schnitte von Grünfutter für das Milchvieh möglich gewesen. Und auch bei Mais und Zuckerrübe sehe es aufgrund des Regens in den vergangenen Wochen sehr gut aus.

Friedhelm Schneider, der Präsident des hessischen Bauernverbandes, sieht Übereinstimmung mit den ersten Bilanzen aus Hessen. Er rechnet mit einer überdurchschnittlichen Ernte von 2,1 bis 2,2 Millionen Tonnen Getreide in diesem Jahr.

Allerdings: Die Bauern benötigten jetzt trockenes und beständiges Wetter, um den restlichen Weizen störungsfrei und ohne Qualitätsverluste einbringen zu können. Schneider: „Die Qualität stimmt, die Erträge stimmen, noch ist nichts verloren.“

Noch keine Aussagen machte er zu den Erlösen für Getreide und Raps: „Die Preise bilden sich erst nach der Ernte.“ Er empfiehlt zunächst einzulagern, „aber das Verkaufen nicht zu vergessen.“ Derzeit liege der Preis um 20 Prozent niedriger als im Vorjahr.

Als unbefriedigend für die Landwirte nannte er die Preisentwicklung bei den Frühkartoffeln. Pro Doppelzentner gebe es weniger als 15 Euro. Im vorigen Jahr hätten die Bauern zur gleichen Zeit noch rund 35 Euro erhalten.

Von Stefan Forbert 

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