Schüler warten nach Fahrplanwechsel bis zu 44 Minuten an Haltestelle

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Sind verärgert: Jasmin Arzer und ihr Sohn Lukas aus Weißenbach an der Haltestelle in Trubenhausen. Hier muss der Elfjährige morgens lange auf den Bus nach Großalmerode warten. 

Weißenbach. Wenn Lukas Arzer aus Weißenbach zur ersten Stunde in der Schule in Großalmerode sein muss, steht er erst mal lange an der Haltestelle

30 Minuten wartet der Elfjährige in der Dunkelheit in Trubenhausen an der Hauptstraße, bis der Bus ihn schließlich in die Valentin-Traudt-Schule bringt. Das ist seit dem Fahrplanwechsel vor einer Woche der Fall. Davor konnte Lukas einfach in Weißenbach in den Bus einsteigen, der bis zur Gesamtschule durchfuhr. Jetzt muss er immer umsteigen.

Um 7.03 Uhr nimmt der Schüler den Bus von Weißenbach nach Trubenhausen und steigt dort nach fünf Minuten Fahrtzeit aus. Erst um 7.38 Uhr kommt dann der Bus nach Großalmerode. Noch länger steht er an der Haltestelle, wenn er zur zweiten Stunde hat. Dann sind es sogar 44 Minuten. Hinzu kommt, dass der Bus zu dieser Zeit zum Teil überfüllt sei, berichtet seine Mutter Jasmin Arzer. Sie macht sich Sorgen: „Das darf auf keinen Fall so bleiben, für die Kinder ist das eine Katastrophe.“ Es ärgert sie, dass ihr Kind für die etwa acht Kilometer lange Strecke so lange unterwegs ist.

Die 30-Jährige und ihr Sohn sind nicht allein betroffen. Insgesamt fünf Kinder aus Weißenbach gehen in Großalmerode zur Schue. Die vier Familien haben mittlerweile Fahrgemeinschaften gebildet. „Wir sprechen uns ab und fahren die Kinder dann zur Bushaltestelle in Trubenhausen“, so Arzer.

Die Sorgen der Eltern haben auch den Schulleiter der Valentin-Traudt-Schule erreicht. „Derzeit sind wir dabei, alles zu sammeln und zu dokumentieren “, sagt Jörg Möller. Außerdem werde man mit dem Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) sprechen, der für die regionale Linie verantwortlich ist, und versuchen, alternative Transportmöglichkeiten zu finden. Auch wenn er sagt, vieles müsse sich jetzt nach dem Fahrplanwechsel erst mal einspielen, die jetzige Situation sei schon eine Zumutung für die Schüler aus Weißenbach.

Sollte sich nichts ändern, kann sich Jasmin Arzer vorstellen, ihren Sohn auch nach Witzenhausen in die Schule zu schicken. „Wir sind aber eigentlich mit der Gesamtschule in Großalmerorde zufrieden. Das ist alles schon sehr schade.“

Das sagt der NVV:„Änderungen gegebenenfalls nach Winterferien“

„Wir wissen von dieser Situation und sind derzeit dabei das Ganze zu überprüfen und auch gegebenenfalls noch mal Veränderungen nach den Winterferien vorzunehmen“, sagt NVV-Sprecherin Sabine Herms. Im Rahmen der Ausschreibung habe man das ganze Gebiet überplant und um im gleichen Kostenrahmen zu bleiben, habe man an einigen Stellen Veränderungen vornehmen müssen. Um die Wartezeit für die Schüler aus Weißenbach zu verkürzen, schlägt Herms vor, dass sie mit dem Bus der Linie 210 bis nach Witzenhausen zur Haltestelle „Ritzmühle“ weiterfahren. „Dort müssten sie dann, wenn die Schüler zur ersten Stunde haben, zehn Minuten und nicht eine halbe Stunde auf den Bus nach Großalmerode warten“, so Herms. Bei der zweiten Stunde wären es 23 Minuten anstatt 44 Minuten.

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