Ferien-Uni: Kinder erforschten Tier- und Pflanzenwelt

Junge Forscher unterwegs: Mit Bildungsreferentin Ines Fehrmann (hinten Zweite von links) und Uni-Gärtnerin Cathrin Merx (hinten rechts) unternahmen 23 Kinder eine Kleintiersafari, bei der es allerhand zu entdecken gab. Fotos: Neugebauer

Witzenhausen. Brauchen Pflanzen Tiere und können Blattlauslöwen brüllen? Diesen und weiteren tierischen Fragen gingen 23 Nachwuchsforscher bei der vom lokalen Bündnis für Familie und der Uni in Witzenhausen veranstalteten Ferien-Kinder-Uni an drei Tagen auf den Grund.

Ausgerüstet mit Lichtlupen machten sich die Sechs- bis Zwölfjährigen auf die Suche und entdeckten das ein oder andere Insekt. Hatte einer etwas gefunden, wurde es unter einem Stereo-Mikroskop mit bis zu 45-facher Vergrößerung genauer untersucht.

Blätter mit Läusen

„Das ist eine Wolllaus, die knabbert am liebsten am Reis“, sagte Lukas, der diese zusammen mit Louis und Malte entdeckt hatte. „Typisch ist der weiße langgezogene Körper mit den 13 kleinen Stacheln auf jeder Seite, die ein Schutzschild gegen Feinde sind“, erklärte Lukas das zuvor Erlernte. Aber einen Blattlauslöwen gab es im Gewächshaus nicht. Hier half Uni-Gärtnerin Cathrin Merx aus, die einige Blätter mit Blattläusen und einem gefräßigen Blattlauslöwen gesammelt hatte.

Unter dem Mikroskop konnten die Kinder zusehen, wie sich der Blattlauslöwe die Blattläuse schnappt, anbohrt und dann aussaugt. Zuvor hatten sie in einem Film die Entwicklung eines Blattlauslöwen von der Eischlüpfung bis zur Verpuppung gesehen. Sie sahen auch, wie aus der Puppe eine grünliche Florfliege aus dem Kokon krabbelte. Der Blattlauslöwe ist also die Raupe der grünlichen Florfliege und saugt die Blattläuse aus. „Aus Sicht des Menschen ist der Blattlauslöwe also ein Nützling“, erklärte Bildungsreferentin Ines Fehrmann.

Rot als Signalfarbe

Bei der Ferien-Uni lernten die Kinder aber auch die Spuren auf den Blättern zuzuordnen. Sie entdeckten Kriechspuren einer Schnecke, angefressene Blätter oder Blätter mit hellen kleinen Punkten. Spielerisch mit Smarties testeten sie aus, dass die Farbe Rot für Vögel und Mensch eine Signalfarbe ist. Mehrheitlich griffen die Kinder zu dem roten Smarties, obwohl auch andere Farben greifbar waren.

Danach wurde sich in zwei Gruppen aufgeteilt. Während eine Gruppe mit Laub und kleinen Ästen ein Winterquartier für Igel baute, bastelten die anderen aus Flaschenkürbissen und einer Stange ein Vogelhäuschen, das sie mit nach Hause nehmen durften. „Für die Igel haben wir zum Anlocken auch ein paar Äpfel dazu gelegt“, sagte eines der Kinder, das später nochmal kommen will, um einen Igel zu beobachten.

Die Kinder lernten aber auch, was die Bienen mit den Pflanzen machen und wie der Honig entsteht. Beim Bienenspiel durften sie sich in eine Arbeitsbiene, in eine Wächterbiene oder in einen Feind der Biene verwandeln. Auch die zahlreichen Ameisenstraßen wurden von den kleinen Forschern buchstäblich unter die Lupe genommen. (znb)

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