Fest am Brunnen vor dem Tore: Ersatzlinde 100 Jahre alt

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„Zerstört durch Hagelunwetter“: Am 12. Mai 1912 gegegen 21.30 Uhr stürzte die über 600 Jahre alte Linde am Brunnen vor dem Tore in Allendorf durch einen Hagelsturm um. Am nächsten Tag wurde dieses bedeutsame Ereignis fotografisch festgehalten.

Bad Sooden-Allendorf. Ein 100 Jahre alter Baum wird am kommenden Sonntag groß gefeiert. Der Grund: Er ist nicht nur stadtbildprägend aufgrund seiner imposanten Größe, er ist auch deutschlandweit bekannt, da er - besser gesagt sein Vorgänger - in einem bekannten Lied verortet ist: „Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum...“

Den Text soll Wilhelm Müller (1794-1827), so wird überliefert, angeregt vom Brunnen vor dem südöstlichen Stadttor Allendorfs, unter der Linde geschrieben haben.

Auf seinen Reisen Anfang des 19. Jahrhunderts hatte Wilhelm Müller auch Station in dem Werrastädtchen gemacht. Berühmt wurde „Am Brunnen vor dem Tore“ dann durch die von Franz Schubert (1797-1828) vertonten „Müller-Lieder“. So haben es der Stadtchronist Pfarrer Martin Dippel und dessen Nachfolger Hugo Klepsch niedergeschrieben.

Die über 600 Jahre alte „Original“-Linde fiel dann Mitte Mai 1912 einem Sturm oder gar einem Hagelunwetter zum Opfer. 1914 wurde dann eine neue Linde an ihrer Stelle gepflanzt. Und da sie nun ihr 100. Lebensjahr vollendet hat, wollen die Stadt und der Verein für Heimatkunde, der auf das Jubiläum aufmerksam gemacht hatte, am Sonntag, 21. Juni, ein Lindenfest feiern.

Es soll, heißt es in der Ankündigung, ein historischer Tag werden.

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