Feuerwehren entlang des A44-Schulbergtunnels haben Brandeinsatzpläne aufgestellt

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Übung: Im Schulbergtunnel haben die Autobahnwehren erst kürzlich ein Szenario simuliert.

Hessisch Lichtenau. Der Schulbergtunnel an der A44 bei Hessisch Lichtenau wird am Donnerstag für den Verkehr freigegeben. Der Tunnel gilt als einer der sichersten in Deutschland. Wir haben uns vorab von Feuerwehr und Regierungspräsidium die Technik und Notfallpläne erklären lassen.

Mit dem Bau der Autobahn 44 von Kassel nach Herleshausen wachsen die Aufgaben für die örtlichen Feuerwehren. Auf 64 Kilometern Länge entstehen auch 13 Straßentunnel. Unter der Federführung von Erwin Baumann, Brandschutzdezernent beim Regierungspräsidium Kassel (RP), ist ein Mustereinsatzplan erstellt worden. „An diesem Schema müssen sich alle örtlichen Wehren orientieren und individuelle Alarm- und Einsatzpläne für den Ernstfall erstellen.“

In dem Plan wird festgeschrieben, welche Rettungskräfte alarmiert werden, welches Fahrzeug wo hinfährt und welche Aufgaben zu erledigen sind. Außerdem wird laut Baumann eine klare Führungsstruktur vorgegeben.

„Bei einem Brandfall im Schulbergtunnel werden die vier Autobahnwehren alarmiert“, erklärt Stadtbrandinspektor Erich Hildebrandt. Das Ostportal wird von den Feuerwehren Wehretal und Waldkappel angefahren, das Westportal von Hessisch Lichtenau und Helsa. Außerdem gibt es einen Bereitstellungsraum am Tram-Parkplatz Orthopädische Klinik, zu dem weitere Einsatzkräfte ausrücken, um von dort aus schnelle Verstärkung am Einsatzort zu gewährleisten. Im Betriebsgebäude sitzt die technische Einsatzleitung. Auf dem Behandlungsplatz mit Hubschrauberlandeplatz am DRK- Zentrum-Hessisch Lichtenau werden Verletzte nach Dringlichkeit, also nach Schwere der Verletzung, zugeordnet und behandelt.

„Die Brandbekämpfung im Tunnel unterscheidet sich von der eines Wohnhauses“, erläutert Hildebrandt. Während bei einem Hausbrand die Rettung der Menschen oberste Priorität besitzt, muss im Tunnel zuerst das Feuer bekämpft werden. Die Vorgehensweise im Brandfall ist also anders. Wenn ein Feuer in einem Tunnel ausbricht, staut sich die Hitze in der Röhre. Die gestaute Wärme macht es den Rettungskräften kaum möglich, gefahrlos an die Unglücksstelle vorzudringen.

Gewappnet: Erich Hildebrandt, Stadtbrandinspektor in Hessisch Lichtenau vertraut auf die Einsatzpläne für den Ernstfall im A-44-Schulbergtunnel.

Im Tunnel ist die Vorgehensweise der Rettungskräfte immer identisch: „Zwei Atemschutzträger gehen als Erkundungstrupp vor. Dann folgen der Lösch- und Rettungstrupp in die Röhre.“ Der Erkundungstrupp sammelt Informationen zu Gefahren und Brandstellen, erkundet die Löschwasserentnahme und Rückzugswege. Dazu setzt er magnetische LED-Leuchten ein. Gelb kennzeichnet Personen außerhalb von Fahrzeugen, blau die Wasserversorgung und grün die Ausgänge.

Auch die Aufgaben des Löschtrupps sind genau definiert. Er verlegt die Löschwasserleitung, kühlt den Tunnel und bekämpft das Feuer. Dann rückt der Rettungstrupp vor, kennzeichnet das Fahrzeug, das er untersuchen will und trifft Absprachen mit weiteren Rettungstrupps.

Grundsätzlich gilt für Personen in der Tunnelröhre das Prinzip der Selbstrettung. Alle, die den Tunnel selbstständig verlassen können, werden durch Lautsprecherdurchsagen auf dem kürzesten Weg nach draußen beziehungsweise in die Rettungsbuchten gelotst.

Von Alia Shuhaiber

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