Carsten Wentrot folgt nach

Frank Burhenne wirft als Neu-Eichenberger Gemeindebrandinspektor hin

Das Feuerwehrhaus in Hebenshausen.
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Das Feuerwehrhaus in Hebenshausen.

Die Feuerwehr Neu-Eichenberg hat einen neuen Gemeindebrandinspektor: Carsten Wentrot übernimmt diese Aufgabe von Frank Burhenne, der sein Amt im August überraschend niedergelegt hatte. Wentrots Stellvertreter wird der bisherige Wehrführer Nico Horn, die Leitung der Wehr übernimmt Jasmin Dittrich.

Neu-Eichenberg – Wie Neu-Eichenbergs Bürgermeister Jens Wilhelm berichtet, musste der Amtswechsel an die Bedingungen der Corona-Pandemie angepasst werden. Derzeit dürfen keine Mitgliederversammlungen der Wehren stattfinden – so soll eine Infektion aller Einsatzkräfte verhindert werden. Eine Wahl durch die Feuerwehrleute sei daher nicht möglich gewesen, so Wilhelm. Stattdessen habe er nach geeigneten Kandidaten mit den nötigen Lehrgängen gesucht. Wentrot, Horn und Dittrich hätten sich gleich bereit erklärt. Der Gemeindevorstand habe die Personalien unterstützt und das Trio nun in ihre neuen Ämter berufen, bis sie sich zu einem späteren Zeitpunkt in einer Mitgliederversammlung der Wehren zur Wahl stellen können, sagt Wilhelm.

Er dankt dem scheidenden Gemeindebrandinspektor Frank Burhenne „für die sehr gute und langjährige Zusammenarbeit, die er immer mit viel Engagement, Verantwortungsbewusstsein und Freude ausgefüllt hat“. Zu den Gründen des Rücktritts will sich Wilhelm nicht äußern.

Frank Burhenne selbst sagt nach mehr als 20 Jahren in Führungsfunktionen bei der Feuerwehr in der Gemeinde Neu-Eichenberg: „Irgendwann ist die Luft raus.“ Offenbar seien die Kameraden mit seinem Führungsstil nicht mehr einverstanden gewesen, beim Landkreis und bei der Gemeinde seien zwei Dienstaufsichtsbeschwerden über ihn eingegangen. Es habe Unstimmigkeiten mit Politik und Wehr über neue Fahrzeuge und Einsatzkleidung gegeben. Auch die Fusion der Ortsteilwehren sei nicht ohne Konflikte abgelaufen, sagt Burhenne mit Blick auf einige Kameraden aus Eichenberg-Dorf, die sich weigerten, am gemeinsamen Übungsdienst in Hebenshausen teilzunehmen.

Hinzugekommen sei der Streit um das Sondergebiet Logistik: Da habe der Investor Dietz angeboten, die Wehr finanziell zu unterstützen, sagt Burhenne. Er selbst sei davon ausgegangen, dass die Kameraden die Sicherung des Sondergebiets hätten stemmen können. Das hätten die Kritiker anders gesehen: Ihm sei fälschlicherweise vorgeworfen worden, das Logistikgebiet ausnutzen zu wollen, um die Ausstattung der Wehr zu verbessern, sagt Burhenne. Er habe Drohbriefe von Logistik-Gegnern im Briefkasten gehabt. „Das war alles etwas viel“, sagt der 57-jährige Burhenne. Er wolle aktiv in der Wehr bleiben, stünde als einer der Ältesten aber nicht mehr für Führungsaufgaben bereit. Jetzt sei ein guter Zeitpunkt, dass Jüngere die Verantwortung übernehmen. (fst)

Frank Burhenne

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